Vermieter wollen sanftes Reisen

Betrunkene Gäste störten - Verein legt Widerspruch

Frielendorf. Für die Mehrheit von 62 Prozent der Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern am Silbersee spricht nach eigenen Angaben der Verein Tourismusförderung Silbersee.

Vorsitzender Nikolai Turovsky erklärte gegenüber der HNA nach dem jüngsten Leserbrief zum Thema Partytourismus, die Mehrzahl der Eigentümer lehne diesen ab, denn es komme an den Partywochenenden zu Alkoholexzessen, Sachbeschädigungsdelikten und Ruhestörungen, „auch bereits die eigentliche Veranstaltung führt zu einer nicht unerheblichen Lärmemission“. Die Folge seien Beschwerden von anderen Gästen wie z.B. Familien, deren Ruhe und Erholung beeinträchtigt werde. „Wenn man dann als Feriengast noch pro Person und Nacht 1,90 Euro Kurtaxe an die Gemeinde zahlen muss, da Frielendorf ein staatlich anerkannter Luftkurort ist, wirft dies weiteres Unverständnis bei den Feriengästen auf.“ Die Tourismusförderung Silbersee legt nun Widerspruch gegen die erneute Änderung des Bebauungsplans ein und dokumentiert zum Beispiel Beschwerdeschreiben von Gästen.

Außerdem gab es eine Unterschriftenaktion gegen die Diskoveranstaltungen, bei der eine ganze Reihe von Eigentümern unterschrieb. Umbau zur Silbersee-Alm In dem Widerspruch heißt es, der geplante Umbau des Restaurants Seeblick in die „Silbersee-Alm“ solle wegen wirtschaftlicher Unverzichtbarkeit dieser Veranstaltungen legalisiert werden. Lediglich die Ferienwohnpark Silbersee GmbH & Co. KG sei der Betreiber, der Diskoveranstaltungen wolle. Die beiden anderen sowie die privaten Vermieter wollten einen solchen Tourismus nicht, „für diese 62,1 Prozent ist es wirtschaftlich unverzichtbar, dass solche Veranstaltungen nicht genehmigt werden“, sondern es einen ruhigen und sanften Tourismus gebe. Neben dem Lärm der Partys ergäben sich weitere Probleme: Betrunkene Gäste stürzten teilweise schon tagsüber durch das Feriendorf, feierten bereits im Laufe des Tages in und an den Häusern beziehungsweise nach 3 Uhr weiter. Leicht bekleidet oder nackt liefen Gäste durch das Feriendorf. „Viele Ferienregionen, die einst auf einen solchen Partytourismus gesetzt haben, stehen heute vor einem negativen Image, zum Beispiel Willingen und Mallorca.“

Der gleiche Fehler solle am Silbersee nicht wiederholt werden. Der von Turovsky und zwei weiteren Vorstandmitgliedern unterzeichnete Widerspruch verweist darauf, dass „die Häuser unseres Vereins im Sommer 2012 eine Auslastung von 100 Prozent hatten, so dass wir weitere Buchungen im zweistelligen Bereich an einen Mitbewerber weitergeleitet haben. In den Ferienzeiten in Deutschland und in Holland ist das Feriendorf am Silbersee ein absoluter Selbstläufer. Die Häuser vermieten sich sehr gut und fast von alleine. In der Regel mieten hier viele Familien sieben bis 14 Tage.“ Kontraproduktiv Wirtschaftlich sei es „absolut kontraproduktiv“, wenn man z.B. von Freitag bis Sonntag an Müller-Tours vermiete, und man sich so eine komplette Vermietwoche kaputt mache. Familien gingen außerdem in der Region auch essen, besuchten das Wellness-Paradies, den Kletterpark, kauften in Frielendorf ein usw., „dies machen Müller-Tour-Gäste eher nicht“. Außerdem stelle sich die Frage, ob die Legalisierung solcher Veranstaltungen in dem Feriendorf eines Luftkurortes rechtlich überhaupt zulässig sei. (aqu)

Quelle: HNA

Kommentare