In Großenenglis wurde ein Fest rund um das 50 Jahre alte Backhaus gefeiert

Frisch aus dem Ofenrohr

Frisch aus dem Ofen: Reinhard und Irmgard Müller im Backhaus Großenenglis. Wenn sie Speckkuchen backen, geht es nicht nach Uhr und Thermometer, sondern nach Gefühl. Fotos: Hintzmann

Grossenenglis. Es qualmt im Backhaus, Funken sprühen. Das passiert immer, wenn verkohlte Teile mit der Glut aus dem Ofen gezogen werden müssen, damit neues Brennholz eingelegt werden kann. Irmgard Müller kennt sich aus mit dem Handwerk des Speckkuchenbackens, wie sie jetzt wieder beim Backhausfest in Großenenglis bewies.

500 Besucher drängten sich auf dem Festgelände, um von einem der 29 Bleche ein Stück Speckkuchen abzubekommen. Nach ungefähr 20 Minuten war eine Lage fertig gebacken. Uhr und Thermometer braucht Irmgard Müller nicht, sie arbeitet im Backhaus ganz nach Gefühl,

Seit 50 Jahren steht das Backhaus im Borkener Stadtteil, seit nunmehr 26 Jahren wird das Fest am Himmelfahrtstag gefeiert. Die Bleche stellt die örtliche Bäckerei zur Verfügung.

„Das Besondere an unserem Fest ist die Gemeinschaft“, betont Reinhard Müller. Das fängt schon in der eigenen Familie an. Neben Reinhard und Irmgard engagieren sich auch Renate und Nadine Müller im Backhaus. Veranstalter war der Kulturring Großenenglis um den Vorsitzenden Michael Hetzler.

„Alle Vereine des Dorfes übernehmen einen Teil der Arbeit“, erzählten Renate Müller und Elfriede Simmen. Arbeit gibt es genug: Wenn der Kuchen fertig ist, muss es schnell gehen. Die heiße Ware muss in Stücke geschnitten und ins Verkaufszelt transportiert werden, denn schließlich wollen die Besucher keinen kalten Speckkuchen haben.

Elfriede Schreiber, Margret Wiederhold, Anni Bobbert, Rosi Ewald, Annemarie Tordl und Herma Neubert von den Landfrauen Großenenglis halfen ebenso mit wie Sebastian Harling-

40 Blechkuchen in allen möglichen Varianten, mit Streuseln, Schmand, Puder und Glasuren, mit und ohne Obst wurden ebenfalls angeboten. „Von den zehn Vereinen des Ortes spendete jeder mindestens vier Blechkuchen“, bilanzierte Michael Hetzler. Wer lieber Wurst wollte, wurde am Stand der Bunten Bühne bedient.

Für Bewegung sorgte die Burschenschaft aus Freudenthal, die die Gäste des Backhausfestes zum Nagelklopfen aufrief.

Von Gunda Hintzmann

Quelle: HNA

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