Kammermusikwoche: Auftakt mit dem Gassenhauer-Trio

Frisch und spannend

Das Trio: von links Sacha Rattle, Julia Okruashvili und Daniel Geiss. Foto:  Dürr

Lobenhausen. Der Applaus wollte kein Ende nehmen beim Eröffnungsabend der Kammermusikwoche in Körle-Lobenhausen. Dort spielten in der Kirche der Seligpreisungen am Montag drei Musiker jugendlich frisch, kontrastreich und spannend – und schon in der Pause fielen Sätze wie: „So habe ich das noch nie gehört.“

Sacha Rattle, der Sohn von Sir Simon Rattle, spielte die Klarinette mit immenser Sensibilität, im warmen, strahlenden und lyrischen Ton.

Daniel Geiss auf dem Cello agierte temperamentvoll, mit intensiver Tongebung.

Julia Okruashvili am Klavier mit leichtem, doch packendem Zugriff in die Tasten, gab das Tempo mit immenser Virtuosität vor. Da haben sich drei Musiker gefunden, die nicht nur in Perfektion miteinander spielen, sondern Spaß am Gestalten und Neu-Entdecken von Musik haben.

Ein rundes Programm hörten die Besucher in der voll besetzten Kirche. Eröffnet wurde mit dem Gassenhauer-Trio von Ludwig van Beethoven, mit äußerst raschen Tempi, romantisch interpretiertem Adagio und kontrastreich herausgespieltem Variationsthema. Es folgten drei Werke von Claude Debussy: Träumerisch überirdisches Clair de lune für Klavier solo; Taumeln zwischen Realität und Traum in Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier; zwei Sätze aus der Sonate in d-Moll für Cello und Klavier: Geradezu gespenstisch die Serenade, die die Geräusche eines Abends heraufbeschwört. Voller Esprit schließlich das Klaviertrio a-Moll von Johannes Brahms.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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