Gesundheits- und Krankenpflegeschüler gestalten den Stationsalltag

Frischer Wind im Beruf

Praxis: Für eine Zeit arbeiten die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger (von vorn) Saskia Schmitt, Victoria Zobel, Nadine Becker und Annalena Dörr in der geriatrischen Abteilung. Foto: Grebe

Ziegenhain. Zwölf angehende Gesundheits- und Krankenpfleger, die im April 2014 am Asklepios-Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe ihr Examen machen werden, verbringen zwei Wochen in der Geriatrischen Abteilung der Asklepios-Klinik in Ziegenhain. Sie gestalten eigenverantwortlich den Krankenhausalltag – von der Patientenaufnahme bis zur Entlassung – mit.

Ziel des Projektes ist es, „Theorie und Praxis zu verzahnen“, so Mizrab Akgöz, Schulleiter des Bildungszentrums in Bad Wildungen. Die Schüler decken die kompletten Schichten ab, vom Früh- über den Spät- bis zum Nachtdienst. Sie lernen den Stationsablauf kennen, die Patientenbetreuung und -förderung sowie die Zusammenarbeit mit Therapeuten und Ärzten und den übrigen Abteilungen. Im Hintergrund stehen ihnen Examinierte wie Nadine Becker zur Seite.

Zum dritten Mal

Mit Unterstützung des Geschäftsführers der Asklepios-Klinik Ziegenhain, Dr. Christoph Engelbrecht, findet diese Unterrichtsform zum dritten Mal in Ziegenhain statt. „Die älteren Menschen freuen sich auf die frischen jungen Gesichter“, sagt er. Im Vorfeld wurden die Patienten durch Gespräche und einem Informationsblatt über das Projekt aufgeklärt.

Gut eingearbeitet

„Die Schüler sind nun in der zweiten Woche und bereits gut eingearbeitet“, berichtet Kursleiterin Michaela Grebe. Drei Auszubildende sitzen gerade im Stationszimmer über Papierbögen gebeugt und erfassen Daten zur Patientenaufnahme.

„Es ist anders hier in Ziegenhain“, erzählt Saskia Schmitt, „wir müssen alles handschriftlich eintragen und arbeiten nicht an PCs“. In der Asklepios-Klinik in Bad Wildungen hingegen werden die Daten in den Computer eingepflegt. Der Krankenpfleger ist das Bindeglied zwischen Patienten, Ärzten und anderen Gesundheitberufen sowie eine wichtige Kontaktperson für Angehörige.

„Fachpersonal ist der Schlüssel“, weiß Engelbrecht, doch herrsche in Deutschland ein Pflegenotstand. Fachkräfte und Nachwuchskrankenpfleger werden daher händeringend gesucht. Das Problem sei oft das Halbwissen, das man über diesen Beruf habe, vermutet er. Man vergesse dabei leicht die „wunderschönen Momentaufnahmen des Berufsalltags“.

Von Dorothea Grebe

Quelle: HNA

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