Gefängnisköche aus Hessen kochen diese Woche gemeinsam in der JVA Schwalmstadt

Frisches aus der Pfanne

Kochen gemeinsam in der JVA-Schwalmstadt: (von links) Enrico Steuer (Frontcooking Network), Klaus Linn (JVA-Limburg), Heinz Heckeroth (JVA-Schwalmstadt), Wolfgang Weil (JVA-Frankfurt), Silke Franzke (JVA-Wiesbaden), Hans-Hermann Schmid-Georg (DGE), Dieter Rühl (JVA-Gießen) und Thomas Miethe (JVA-Hünfeld). Hinten: Matthias Kirchner (JVA-Wiesbaden). Foto: Göbel

Ziegenhain. In der Gefängnisküche der JVA Schwalmstadt dampfen die Töpfe: Zum Abschluss einer Fortbildung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) treffen sich die Küchenchefs der hessischen Vollzugsanstalten diese Woche in der JVA, um die neu gelernten Erkenntnisse umzusetzen.

Grund für die Weiterbildung ist eine Umstellung der Richtwerte für Gefängnisküchen in Hessen. Die Verpflegung der Gefangenen müsse sich danach an den Erkenntnissen der DGE für eine vollwertige, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung orientieren, erklärt der DGE-Fachberater Hans-Hermann Schmid-Georg.

Dafür werteten Mitarbeiter der DGE zunächst sämtliche Speisepläne der hessischen Gefängnisse aus. Dabei stellte sich heraus, dass die Abwechslung bei fleischlosen Gerichten oft nicht gegeben sei, sagt Schmid-Georg.

In einem theoretischen Teil eigneten sich die Köche die neuesten Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft an und entwickelten neue Rezepte. Zum theoretischen Teil gehörten auch gesetzliche Grundlagen und Hygienevorschriften.

Die neuen Kreationen werden nun in der JVA-Schwalmstadt ausprobiert. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Ratatouillelasagne mit Tomatensoße und Blattsalat sowie Kartoffel-Gemüsesalat mit pochiertem Lachs und Joghurtdip stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Hackfleischpfanne mit Tomatenreis. Jeden Tag steht ein anderes Thema auf dem Programm, zum Beispiel Fisch, Suppen, Desserts und Aufläufe. Nach dem Probieren wird geprüft, ob dieses Rezept tatsächlich für die Gefangenenverköstigung taugt.

„Wir wollen zeigen, dass man mit etwas Phantasie auch mit kleinem Budget abwechslungsreiche und ausgewogene Speisen kochen kann. Laut Anstaltsleiter Jörg Bachmann steht der Gefängnisküche im durchschnitt etwa 2,60 Euro pro Häftling zur Verfügung.

Auf eine gute Küche legt Bachmann wert. Jeden Mittag überzeugt er sich vor der Essensverteilung von der Qualität. „In der JVA ist es wie in einem U-Boot, das Essen muss stimmen. Sonst leidet die Stimmung“, sagt der Anstaltsleiter.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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