Sonja Benzig bietet Jobsuchenden Hilfe bei Bewerbungen und einen kostenlosen Haarschnitt an

Vom Friseur zur neuen Arbeit

Spieglein, Spieglein an der Wand: Sonja Benzig hofft, dass die Menschen, denen sie eine neue Frisur schenkt, mit mehr Selbstbewusstsein zum Bewerbungsgespräch gehen. Foto: Sonnabend

Völkershain. „Sieben Sekunden können entscheiden“, sagt Sonja Benzig. Als Friseurin weiß die 39-Jährige, wie wichtig der erste Eindruck eines Menschen ist. Gerade bei einem Bewerbungsgespräch: Deswegen schenkt sie am 1. Oktober Menschen ohne Arbeit eine Farb- und Stilberatung, einen neuen Haarschnitt und das richtige Make-Up für Bewerbungsfotos.

Stärkeres Selbstbewusstsein

Seit einem Jahr gibt es ihren Friseursalon Knüll-Hair in Völkershain. Deswegen möchte Benzig an diesem Tag Gutes tun: „Ich will in Knüllwald etwas zurückgeben, danke sagen.“

Sie glaubt: „Wenn man sich schön fühlt, hat man auch ein stärkeres Selbstbewusstsein.“ Deshalb hofft sie, Menschen auf der Suche nach Arbeit Mut zu machen.

Ihre eigene Arbeit läuft gut, das freut sie: „Ich habe viel fahrende Kundschaft, auch junge Leute aus der Umgebung kommen.“ Sie hat den Friseursalon in ihrem Elternhaus eröffnet: „Hier war früher die ganz alte Schule drin, meine Großeltern haben sie damals gekauft.“ In den alten Klassenräumen befindet sich jetzt ihr Friseursalon. Ihr Konzept: „Die Menschen sollen zur Ruhe kommen. Es soll ein Stück Luxus im Alltag sein.“ Ein Luxus, den sich Arbeitslose oft nicht leisten können.

Auf die Idee, ihnen diesen kostenlos zu bieten, kam sie durch die Aktion „Mach’ Schnitt“. Auf der Suche nach Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren, stieß sie im Internet auf das Projekt aus München: „Ich wollte auf jeden Fall etwas für Menschen im Schwalm-Eder-Kreis tun und nicht in der Ferne“, sagt sie. Ihr Salon ist der erste in Hessen, der sich an der Aktion beteiligt.

Hilfe bei den Unterlagen

Das heißt, ihnen nicht nur ein neues Styling und eine neue Frisur zu verpassen: Arbeitssuchende können im Vorhinein bei Benzig ihre Bewerbungsmappen einreichen, die von Berufsberatern angeschaut werden. Sie machen dann Verbesserungsvorschläge. Die Fotografin Cornelia Seegers, die auch in Völkershain arbeitet, wird Bewerbungsfotos von den Teilnehmern schießen, die sie dann gleich verwenden können.

In Zukunft möchte Benzig die Aktion zweimal im Jahr anbieten. Jetzt ist sie gespannt auf das erste Mal. Das Job-Center Schwalm-Eder hat ihr Interessenten für die Aktion vermittelt. Es können sich aber noch weitere bei ihr melden: „Jeder, der Arbeit sucht, kann sich bewerben. Wenn es zu viele Bewerber gibt, entscheidet das Los.“

Nora Sonnabend

Quelle: HNA

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