Alfons Brüggemeier soll neuer Leiter in Fritzlar werden – Darüber gibt es Streit

Hickhack ums Museum

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Sie wollen, dass das Museum ein Regionalmuseum bleibt: Dr. Johann-Henrich Schotten und Marlies Heer mit einem Gemälde der beiden Häuser des Museums.

Fritzlar. Es geht um Vorwürfe einer feindlichen Übernahme, um den Chefposten und um die Ausrichtung des Fritzlarer Museums. Hinter den Kulissen des Regionalmuseums schwelt ein Konflikt, der jetzt in der Nachfolgefrage von Dr. Johann-Henrich Schotten (65) eskaliert.

Schotten, promovierter Historiker, geht zum Ende des Monats in Rente. Ganz nebenbei habe er erfahren, dass sein Nachfolger längst feststehe. Alfons Brüggemeier soll die Museumsleitung übernehmen. Der Fritzlarer ist gelernter Schriftsetzer und bisher Geschäftsführer einer Fotosatz-Firma in Kassel.

„Ich beschäftige mit seit meiner Jugend mit Geschichte“, sagt Brüggemeier auf die Frage nach seiner Qualifikation als kommender Museumsleiter. Sein Vorgänger hält das nicht für ausreichend. Man hätte versuchen sollen, jemanden mit den gleichen Qualifikationen wie er selbst zu finden, findet Schotten.

Absagen für andere Bewerber

Andere Bewerber gab es offenbar, darunter mindestens ein Historiker mit Doktortitel. Dennoch entschied sich der Magistrat für Brüggemeier. Diskussionen im Magistrat seien geheim, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat auf HNA-Anfrage. Er verwies allerdings darauf, dass Brüggemeier unter anderem in Sachen Restauration Erfahrung habe. Die Museumsgebäude sind sanierungsbedürftig.

Für die Stelle als Museumsverwalter sei es nicht unbedingt notwendig, Historiker zu sein. Brüggemeier habe sich auch durch stadthistorische Publikationen einen Namen gemacht.

Alfons Brüggemeier

Doch es geht nicht allein um eine Personalie, sondern um die Ausrichtung des Museums. Die beiden Fritzlarer Häuser tragen den Namen Regionalmuseum, damit verbunden ist der Anspruch, über die Stadt Fritzlar hinauszustrahlen. „Das Museum ist kein Heimatmuseum“, betont Schotten, zugleich Vorsitzender des Museumsvereins.

Auch im Verein gibt es Ärger. In der Jahreshauptversammlung wurde Brüggemeier zum 2. Vorsitzenden gewählt. Bis dato war das Marlies Heer. Niemand habe gewusst, dass Brüggemeier antreten wolle, sagen Schotten und Heer. Ihnen sei nicht einmal bekannt gewesen, dass er Mitglied sei.

Für die Versammlung habe er sich im Vorfeld eine Mehrheit organisiert, um in den Vorstand zu kommen, lautet der Vorwurf. Schotten sagt: „Das war ein Putsch!“ Brüggemeier erklärte dazu: „Es war eine ganz normale, geheime Wahl.“

Quelle: HNA

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