Entscheidung gegen Tourismus Verein

Pro Fritzlar kritisiert Ablehnung des neuen Wohnmobilstellplatzes

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Friedliche Zeitgenossen: Wohnmobilisten sind in vielen Städten längst gern gesehene Gäste. In Bad Wildungen und Frielendorf wurden die Stellplätze vergrößert. In Fritzlar haben sich die Stadtverordneten jedoch gegen einen zweiten Stellplatz ausgesprochen.

Fritzlar. Das Aus für die Pläne für einen weiteren Wohnmobilstellplatz in Fritzlar kritisiert der Verein Pro Fritzlar heftig. Die Entscheidung der Stadtverordneten sei zu eilig getroffen worden, betont der Vorsitzende Dr. Ulrich Skubella in einer Pressemitteilung.

Das knappe Abstimmungsergebnis mit nur zwei Stimmen Mehrheit gegen den Stellplatz in der Ederaue zeige zudem, wie gespalten die Stadtverordneten bei diesem Tagesordnungspunkt waren.

Eigentlich ein Glücksfall Dabei sei es ein Glücksfall für eine Stadt, wenn sich – wie in Fritzlar geschehen – das Ehepaar Kurze aus Geismar als Betreiber eines solchen Stellplatzes zur Verfügung stellen würde. Doch sei ihnen keine Chance gegeben worden, ihre Pläne vorzustellen.

Auch habe der Vorschlag von Pro Fritzlar, den Tagesordnungspunkt zu vertagen und in aller Ruhe alle Informationen einzuholen, kein Gehör gefunden. Dabei gebe es gute Gründe für einen zweiten Stellplatz in Fritzlar: Die wirtschaftliche Wertschöpfung sei ein starkes Argument. Auf solche Einnahmen könne Fritzlar nicht verzichten.

Zum Vergleich: Allein durch die sechs Stellplätze, die es in Fritzlar bislang gibt, kamen im ersten Jahr 6000 Euro Gebühren in die Stadtkasse. Dazu komme das Geld, das die 860 Wohnmobilfahrer im Laufe des Jahres in der Stadt ausgegeben haben. Es sei sehr wahrscheinlich, dass ein Stellplatz in der Ederaue auf Grund seiner guten Lage gut ankommen würde.

15 Fahrzeuge pro Tag

Die Befürchtung, dass Anwohner sich gestört fühlen könnten, teilt Pro Fritzlar nicht. Solche Klagen seien von den Anwohnern am Zimmerplatz trotz ihrer viel größeren Nähe zu den Mobilen bisher nicht zu hören gewesen. Auch die Untere Naturschutzbehörde hatte Grünes Licht gegeben. Von zusätzlich 15 Fahrzeugen pro Tag werde auch die Straße nicht über Gebühr belastet.

Kosten für die Stadt entstünden auch fast keine – lediglich Hinweisschilder müssten angebracht werden. Die Eheleute Kurze würden für die Herrichtung des Stellplatzes sorgen, und die Einrichtungen auf dem Zimmerplatz könnten auch von den Wohnmobilisten genutzt werden.

Chance nicht erkannt

Das Argument, dass es im benachbarten Mandern einen Campingplatz gebe, lässt pro Fritzlar nicht gelten. Mandern sei schließlich in einem anderen Landkreis und davon profitiere Fritzlar nicht. Außerdem zeuge dieses Argument von geringem Sachverstand, denn Camping-Tourismus und Wohnmobilismus seien zwei unterschiedliche Dinge. Die Entscheidung der Stadtverordneten sei eine Entscheidung gegen die touristische Weiterentwicklung von Fritzlar, lautet das Fazit von Pro Fritzlar. (may)

Quelle: HNA

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