Versuchter Spielotheken-Überfall – Gericht verhängte Haftstrafe

Urteil nach Überfall: DNA-Spur an der Tüte

Fritzlar. Zwei Jahre und sechs Monate Haft. So lautete das Urteil für den Überfall eines 28-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf eine Spielothek in Fritzlar.

Der Täter wurde wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Am 22. März 2011 war der Mann gegen 2.30 Uhr in der Spielothek aufgetaucht und hatte die Aufsicht mit einer Waffe bedroht.

Sie sollte ihm Geld geben, für das er eine Plastiktüte mitgebracht hatte. Bei der Waffe handelte es sich um eine Spielzeugpistole. Die Spielhallenaufsicht erkannte die Attrappe sofort und weigerte sich, Bargeld herauszugeben.

Sie forderte den Mann energisch auf, die Spielothek zu verlassen. Tatsächlich suchte der Mann das Weite und warf die Spielzeugpistole in eine Hecke. Die Tüte vergaß er am Tatort.

Das machte der Polizei die Arbeit leichter, denn sie fand auf der Plastiktüte DNA-Spuren und kam dem Täter so auf die Schliche. Bereits bei der ersten Anhörung habe der Angeklagte die Tat gestanden, was er auch in der Hauptverhandlung wiederholte.

Als Motivation für die Tat nannte er eine jahrelange Drogenabhängigkeit. Zur Zeit des Raubüberfalls habe er unter Druck gestanden und versucht, sich Geld für den Drogenkauf zu besorgen.

Diesbezüglich war er mehrfach vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre Haft unter Einbeziehung einer noch ausstehenden zweijährigen Haftstrafe aus einem früheren Verfahren. Der Angeklagte macht zurzeit eine sechsmonatige Therapie.

Die Verteidigung hatte ein Strafmaß von zwei Jahren und vier Monaten beantragt, wobei die Zeit der bisher absolvierten Therapie einzubeziehen sei.

Ein minderschwerer Fall

Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass trotz des Einsatzes einer Waffe ein minderschwerer Fall vorliege, weil es sich erkennbar um eine Attrappe handelte.

Der Angeklagte habe ein Geständnis abgelegt. Zudem wurde berücksichtigt, dass der Mann zur Tatzeit süchtig war. Auch die bisherigen Erfolge der Therapie hatten zur Urteilsfindung beigetragen. Das Gericht stimmte der Anrechnung von maximal Zwei Dritteln der Therapiezeit und der Zurückstellung der Strafe zu Gunsten der Therapie zu.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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