Tage der Kriminalprävention der Polizei mit Ausstellung im Rathaussaal eröffnet

Rechte locken mit Rock

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Fritzlar: Tage der Kriminalprävention der Polizei mit Ausstellung im Rathaussaal eröffnet

Fritzlar. Musik und das Internet ziehen viele junge Leute in ihren Bann. Das nutzt die rechte Szene verstärkt für sich:

Durch speziell auf Jugendliche zugeschnittene Angebote sollen sie für die Szene interessiert und angeworben werden. "Rechtsextremismus ist leider auch in unserem Landkreis Realität", sagte Stephan Bürger vom Projekt "Gewalt geht nicht" am Dienstagabend bei der Ausstellungseröffnung "Vorsicht Rechtsextremismus" im Fritzlarer Rathaus.

Die schwerwiegenden Übergriffe der so genannten "Freie-Kräfte Schwalm-Eder" aus den Jahren 2008 und 2009 haben eine große Verunsicherung im Umgang mit dem Problem verursacht. Dieser noch immer aktuellen Verunsicherung zu begegnen und zum Thema umfassend zu informieren, sei ein Ziel der Ausstellung.

Rechtsextremismus sei längst keine Randerscheinung mehr, betonte Bernd Paul, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Nordhessen. Man hoffe, mit der Ausstellung die Aufmerksamkeit zu bekommen, die das Thema dringend benötige.

Wichtig sei es, die Menschen zu sensibilisieren. Erste Kontakte kämen über die Musikszene und das Internet zustande. "Durch speziell auf Jugendliche zugeschnittene Angebote sollen diese gezielt für die Szene interessiert und angeworben werden", heißt es auf einer Infotafel der Ausstellung. Auch durch Aktivitäten wie Treffen, Fahrten zu Rockkonzerten und mehr versuche man Kontakte zu jungen Leuten zu bekommen.

Rechtsextreme bemühten sich, in Vereins- und Sozialstrukturen vorzudringen und dort Funktionen zu übernehmen. Als Fußballtrainer, Gerätewart oder als guter Vereinskamerad. Fehlende Jugendzentren und Freizeiteinrichtungen seien der Nährboden, um eigene Aktivitäten anzubieten.

Die Aktionen Rechtsextremer hätten längst ihren Weg in die Medien gefunden, betonte Joachim Becker von der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Dort würden sie ihre Parolen verbreiten.

Auf das Thema Frauen und Mädchen im Rechtsextremismus ging Prof. Michaela Köttig von der FH Frankfurt/Main ein. Sie berichtete von bundesweit aktiven Frauengruppen, die national gesinnt seien und versuchen, Frauen stärker für die Szene zu interessieren und in politische Aktivitäten einzubinden.

Bürger betonte, dass man nun hoffe, dass die Ausstellung möglichst viele Menschen erreiche. Klar sei, dass der Rechtsextremismus nicht nur ein Jugendproblem sei.

Die zehntägige Ausstellung im Rathaussal ist ein Projekt der Polizeidirektion Schwalm-Eder und der Stadt Fritzlar. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

Quelle: HNA

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