Gesundheitszentrum bekam neues Gerät

Fritzlar wird Nordhessens neue Radiologie-Zentrale

Fritzlar. Ein Einzug mit schwerem Gerät: Am Dienstag wurde im Fritzlarer Gesundheitszentrum der nagelneue Siemens-Kernspintomograph angeliefert und mit einem Kran durch ein Loch in der Wand in die neuen Räume verfrachtet.

Radiologe und Neuroradiologe Dr. Jan Mariß verfolgte mit Ehefrau Kathrin die Arbeit ganz gespannt und war sichtlich erleichtert, als das vier Tonnen schwere Gerät in der Kabine stand. Ab dem 4. Juli solle es von 6 Uhr bis 21 Uhr im Einsatz sein, sagte Dr. Mariß.

Der Kernspintomograph mit einer Feldstärkeneinheit von 1,5 Teslar ist das neueste Modell, das von der Firma Siemens gebaut wurde. Bundesweit gibt es nur fünf Exemplare davon.

Für 20 Krankenhäuser

Neben der Radiologie kommt das komplette Management inklusive Büro von Bad Zwesten nach Fritzlar, dazu die Teleradiologie.net. Wie Dr. Mariß im Gespräch mit der HNA sagte, werde Fritzlar die radiologische Zentrale und künftig die Befundungsstelle für 20 Krankenhäuser in Nordhessen sein.

Vor dem Umzug waren etliche technische Anforderungen zu erfüllen. Für den Standort Fritzlar sprach die Leitungsleistung im Netz, mehrere Glasfaserleitungen mit 10 Mbit Leistung verlegt.

Wie Hauseigentümer Thilo Menzer sagte, begannen die Planungen für die Einrichtung der Radiologie bereits Anfang 2015, der Vertrag wurde im September des vergangenen Jahres unterschrieben.

Viele Gutachten

Hinein durch ein Loch in der Wand: Der tonnenschwere Kernspintomograph wird mittels eines Krans ins Gebäude in Fritzlar gehievt (oben) und findet dann seinen Platz in den neuen Räumen der Radiologie (rechts oben).

Wichtig, so Menzer, waren die Statikgutachten, die Stromleitungen wurden geprüft und ein Schallgutachten erstellt. Weiterhin wurde im Vorfeld die Wasserversorgung für die Kühlung des Kernspintomographen geklärt, und die Telekom musste zahlreiche zusätzliche Leitungen verlegen. Eine enorme Infrastruktur sei erforderlich, sagte Men- zer. Wie Dr. Mariß ergänzte, werde es Stromspitzen von 40 Kilowattstunden geben. Der Stromverbrauch für das Magnetresonanztomographen (MRT) wird bei etwa 150 000 Kilowattstunden pro Jahr liegen, an Kosten können bis zu 50 000 Euro entstehen. Ein privater Haushalt kommt auf 3000 Kilowattstunden im Jahr. Dazu erwartet Dr. Mariß jährliche Wartungskosten von 80 000 Euro.

Die Anfangskosten, bis alles steht und ohne dass ein Patient behandelt wurde, gibt der Radiologe mit einer Million Euro an.

15 Mitarbeiter

Ein Team von insgesamt 15 Mitarbeitern wird im Schichtdienst in der zentralen Radiologie Nordhessen und dem Kernspintomograph im Einsatz sein.

Quelle: HNA

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