Fritzlarer Geschichte beleuchtet: Minoritenkirche wird nachts angestrahlt

Der Dom wird bereits angestrahlt: Die Minoritenkirche (oben rechts) und der Graue Turm werden künftig beleuchtet. Fotos: Archiv

Fritzlar. Geschichte sichtbar machen, das ist das Ziel des Vereins Pro Fritzlar und genau das wird nun im Wortsinn umgesetzt. Ab Montag wird nach Sonnenuntergang nicht nur der beleuchtete Dom von weitem sichtbar sein, die Minoritenkirche wird zudem beleuchtet. Und: Im Frühjahr soll der Graue Turm folgen.

„Dann werden drei der prägenden Fritzlarer Gebäude angestrahlt“, sagt Dr. Ulrich Skubella, Vorsitzender des Vereins. Für die Stadt sei das eine tolle Werbung. Vor allem, wenn man von Süden aus Richtung Wabern nach Fritzlar komme, seien die beleuchteten Gebäude gut zu sehen. „Dann wird noch deutlicher, was Fritzlar Schönes zu bieten hat und wie bedeutend die Stadt in früheren Jahrhunderten gewesen ist“, fügt er an.

Ein glücklicher Zufall 

Eigentlich hatte sich Pro Fritzlar mit der Beleuchtung des Grauen Turms beschäftigt. Zeitgleich hatte Christian Seyffarth die Idee, für die Beleuchtung der Minoritenkirche zu sorgen. Erst als sich beide mit ihrem Vorhaben an die VR-Bank Schwalm-Eder wandten, und um finanzielle Unterstützung baten, erfuhren sie von den Plänen des anderen - aus zwei Projekten wurde ein gemeinsames. „Ein glücklicher Zufall“, sagt Skubella. Pro Fritzlar ist Träger der Aktion.

Bereits 1974 habe es zum Hessentag in Fritzlar eine Beleuchtung des Grauen Turms gegeben. „Die Technik ist aber im Eimer“, sagt Skubella. Die Planungen für die evangelische Stadtkirche seien schon um einiges weiter gediehen: Seyffarth hatte intensive und auch schwierige Verhandlungen mit dem Landeskirchenamt und der Denkmalpflege geführt, erläutert Skubella. Schließlich habe er die Zustimmung für die Beleuchtung erhalten. Eine Stiftung der VR-Bank entschied, die Kosten für die Beleuchtungstechnik für den Grauen Turm und die Kirche zu übernehmen. Insgesamt 15.000 Euro. Am Montag um 17 Uhr wird es so weit sein, dann wird der Knopf gedrückt und das Licht an der Kirche angehen. Eine Probebeleuchtung hat schon stattgefunden - mit Erfolg.

Künftig werden Dom und Minoritenkirche pünktlich ab Sonnenuntergang angestrahlt. Um Mitternacht gehen die Lichter dann wieder aus.

Geringe Stromkosten 

Die Stromkosten für die Beleuchtung der Stadtkirche seien anders als die für den Dom sehr gering, so Skubella. 200 Euro koste sie im Jahr. „Es ist eine sehr moderne Technik.“ Die Beleuchtung des Domes sei um einiges teurer. Sie sei eben schon älter. Einst war sie ein Abschiedsgeschenk von Monsignore Ludwig Vogel, der viele Jahre Dechant in Fritzlar war und 1991 pensioniert wurde. Vogel starb in diesem Jahr im Alter von 93 Jahren.

Die Dom-Beleuchtungstechnik müsste erneuert werden, sagt Skubella. „Da würden wir gerne etwas unternehmen, damit die Stromkosten für die Stadt nicht so hoch sind“, sagt Skubella. Aber das sei dann erst eines der künftigen Projekte. Als Nächstes plane der Verein die Umsetzung des Kriegerdenkmals. Das Denkmal aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 soll auf den alten Friedhof gegenüber des momentanen Standortes umgesetzt werden (wir berichteten).

Termin:  Montag, 22. Dezember, 17 Uhr, Beleuchtung der Minoritenkirche.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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