Fritzlarer Hospital: Die Geburtshilfe ist gesichert

Fünf auf einen Streich hieß es 2009: Der Babyboom kann im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar weitergehen, die Geburtshilfe-Abteilung bleibt bestehen. Archivfoto: ula

Fritzlar. Die Gynäkologie und Geburtshilfe im Hospital bleiben bestehen. Diese gute Nachricht verkündete Barbara Gawliczek, Geschäftsführerin der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar.

Die Nachfolgesuche für Belegärzte sei erfolgreich gewesen, sagte sie im Gespräch mit der HNA.

Und nicht nur das: Außerdem kam am Montag um 8.44 Uhr im Hospital das 500. Baby des Jahres zur Welt. Eine weitere positive Nachricht, die das Hospital vermeldete.

„Nach langen Anstrengungen“, so Gawliczek in einer Pressemitteilung, sei es nun gelungen, Nachfolger für die aus Altersgründen ausscheidenden Belegärzte Tatjana Braun und Wolfgang Kersting zu finden.

Mit den neuen Ärzten gebe es auch eine neue Struktur: Die bisherige Belegabteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie wird in eine Hauptabteilung des Hospitals umgewandelt. Das sei jedoch für die Patientinnen ohne weitere Bedeutung. Auch ab Januar 2016 können Schwangere weiterhin im Hospital Fritzlar ihre Kinder zur Welt bringen. Der Umfang der gynäkologischen Leistungen bleibe ebenfalls gleich. Derzeit arbeite die Krankenhausleitung sogar an einem Konzept zur Erweiterung des Angebots, heißt es weiter.

„Die Verträge mit neuen Fachärzten sind unter Dach und Fach“, freut sich Gawliczek. „Sobald wir noch die letzten kleinen Modalitäten geklärt haben, freuen wir uns darauf, den Fritzlarern unser neues Team zu präsentieren.“ Heinrich Gerdes, Geschäftsführer des Hospitals, sieht das oberste Ziel damit erreicht: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Fritzlarern und allen werdenden Eltern in der Region.“ Das habe sie immer wieder angespornt, dass Angebot einer hochqualifizierten Geburtshilfe im eigenen Haus nicht aufzugeben.

Fachärztemangel 

Die Neubesetzung der vakanten Stellen sei für das Krankenhaus keineswegs einfach gewesen. Der Fachärztemangel in ländlichen Regionen mache sich deutlich bemerkbar. „Es war mir wirklich eine Herzensangelegenheit, unsere Geburtshilfe zu erhalten“, sagte Gerdes. Das Krankenhaus habe ein motiviertes Hebammen- und Pflegeteam, auch die große Anteilnahme der Bevölkerung sei bewegend gewesen“, so Gawliczek.

Die gute Nachricht aus dem Hospital freut auch Bürgermeister Hartmut Spogat: „Fritzlar ohne Geburtshilfestation war für mich unvorstellbar. Eine attraktive Wohn- und Einkaufsstadt benötigt auch eine gute Gesundheitsversorgung mit breitem Leistungsspektrum“, sagt er.

Die bisherigen Belegärzte sind mit ihrer Gemeinschaftspraxis im Haus zwar weiter präsent, betreuen aber ab dem 1. Januar 2016 keine Entbindungen. Karl-Otto Winter, Vorsitzender des Kuratoriums, dankt ihnen: „Ohne das herausragende Engagement von Tatjana Braun und Wolfgang Kersting könnte man ihren Nachfolgern keine so gut funktionierende Abteilung übergeben“, betonte er. Dieser Umstand sei auch ausschlaggebend für eine Entscheidung der neuen Ärzte zugunsten von Fritzlar gewesen. Winter hob den Einsatz von Barbara Gawliczek hervor.

Werdende Eltern und zukünftige Patientinnen sind eingeladen, die Abteilung zu besuchen und sich über Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

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Quelle: HNA

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