Fritzlarer Pferdemarkt: Dauerregen sorgte für Besorgnis bei Züchtern

Fritzlar. Die größte Tierschau Hessens stand am Samstag zunächst unter keinem guten Stern. Bis in die Morgenstunden hatte es auch in Fritzlar wie aus Kübeln geregnet.

Die Lage sei kritisch gewesen, einige Aussteller hätten zurückgezogen, weil das Wetter kaum Besserung verhieß, berichtete Hans-Georg Knapp, der die Tierschau mit kurzen Unterbrechungen schon seit 1973 leitet.

Wie auf Bestellung rissen die Wolken dann doch auf, und die 400 Tiere, die beim 131. Fritzlarer Pferdemarkt versammelt waren, mussten keine Arche Noah besteigen.

Video: Reporter auf dem Kettenkarussell

Das Interesse der Pferdeexperten richtete sich am Samstag vor allem auf die edlen Hannoveraner, die in Fritzlar vorgestellt wurden. Mit 70 Stuten und 35 Fohlen waren die Pferdezüchter aus dem Pferdezuchtverein Ederbergland-Werra angereist.

Die Ausstellung sei aber auch dazu gedacht, den sollte nahezubringen, welche Vielfalt es bei den Nutztierrassen gebe, sagte Hans-Georg Knapp. Deshalb war von Pferden bis hin zu Kaninchen und Bienen fast alles vertreten, was heimische Züchter zu bieten haben. Der Besuch wurde zwar beeinflusst von der unsicheren Witterung, doch gegen Mittag waren die Zuschauerränge dann doch gut gefüllt.

Tausende bei Eröffnung des 131. Pferdemarktes in Fritzlar

Fritzlarer Pferdemarkt 2012 mit Tierschau

• Bei der zweitägigen Kreis- und Bezirkstierschau waren am Samstag und Sonntag etwa 400 Tiere zu sehen

• Dem Pferdezuchtverein Ederbergland-Werra gehören 210 Züchter von Hannoveranern an.

• Am Samstag wurden 70 Hannoveraner-Stuten und 35 Fohlen vorgestellt und prämiiert.

• Am Sonntag wurden Pferde aus 19 weiteren Rassen vorgestellt.

• Bewertet wurden auch 40 Milchkühe.

• Jeweils sechs Wertungsrichter beurteilten am Samstag und Sonntag den Zustand der Pferde und Kühe.

• Zur Ausstellung gehörten 70 Schafe aus zwölf Rassen sowie sieben Lamas. Der Geflügelzuchtverein Fritzlar mit Tauben, Enten und Hühner aus 20 Rassen vertreten, der Kaninchenzuchtverein Gudensberg und der Imkerverein Fritzlar stellten sich vor. Viele Streicheleinheiten bekamen auch die beiden Esel der Schau.

Erste Ergebnisse gibt es unter:

www.pferde-ederbergland-werra.de

Fohlen-Brennen bleibt strittig

Den Brenntermin für Fohlen nutzten in Fritzlar wieder etliche Züchter, um ihre Tiere kennzeichnen zu lassen. Günther Arhelge, Brennbeauftragter des Hannoveraner Verbandes übernahm die Aufgabe. Neben dem Brandzeichen wurde auch der von der EU und Tierschützern geforderte Chip gesetzt.

Arhelge sieht darin aber kaum einen Vorteil. Der Chip werde mit einer dicken Kanüle im Nackenbereich des Tieres gesetzt. Diese Methode sei nicht schmerzfrei.

Der Chip könne bei nicht fachgerechtem Setzen im Körper wandern und sei dann mit dem Lesegerät nicht mehr auffindbar. Nachteilig sei auch, dass man stets ein Lesegerät dabei haben muss, um die Herkunft eines Tieres zu erkennen. Der kurze Moment, in dem das Brenneisen angesetzt wird, sei weniger stressig als der Stich in den Nackenbereich mit dem Transpondersetzer.

Beim Brennen, so Arhelge weiter, würden lediglich die Haarwurzeln dauerhaft verödet. Die ganze Prozedur sehe schlimmer aus als sie sei, das Fohlen bekäme lediglich einen Schreck.

"Ich kann beim Brennen keinen Schaden für das Tier erkennen", sagt auch Tierschau-Organisator Hans-Georg Knapp. Die Fohlen zeigten beim Brennen kaum eine Reaktion. Die Brandzeichen seien für die großen Pferdezucht-Verbände ein wichtiges Markenzeichen. Die Entscheidung in dieser Frage liege nun beim Bundesrat. (zzp/hro)

Quelle: HNA

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