Der Tiger kehrt zurück

Fritzlarer Soldaten nach 2014 wohl nicht mehr in Afghanistan

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Besuch beim Kampfhubschrauber Tiger: Der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt war zu Gast in der Fritzlarer Kaserne.

Schwalm-Eder. Wenn nach dem Abzug bis Ende 2014 noch einige hundert deutsche Soldaten in Afghanistan bleiben, werden voraussichtlich keine Fritzlarer dabei sein. So sehen es jedenfalls Vorschläge des Verteidigungsministeriums vor.

Das erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) bei einem Besuch in der Fritzlarer Kaserne. Allerdings gebe es von Seiten der Nato noch keine Festlegung, und auch die Beteiligung der USA an einem späteren Einsatz sei noch unklar. "Wir drängen auf Entscheidungen", erklärte Schmidt.

Der Vorschlag des Ministeriums sehe vor, dass noch 600 bis 800 deutsche Soldaten am Hindukusch bleiben, um afghanische Streitkräfte auszubilden. Das wäre dann keine Aufgabe für ein Kampfhubschrauberregiment. Die Nato gehe zurzeit davon aus, dass 12.000 ausländische Soldaten in Afghanistan bleiben würden. Er hoffe, dass es bis Ende dieses Jahres Klarheit gebe, sagte Schmidt im Gespräch mit der HNA.

Abzugsphase hat begonnen

In der Abzugsphase, die bereits begonnen hat, werde der Tiger im Norden Afghanistans zum Beispiel als Sicherung abgesetzt, wenn Gerätschaften an einem Ort zusammengezogen werden, um sie von dort aus abzutransportieren.

Auch auf die Diskussion um den Truppenübungsplatz Schwarzenborn ging Schmidt auf Anfrage ein. Dieser soll zu einem Standortübungsplatz abgestuft werden. Die Begriffe hätten für einige Missverständnisse gesorgt, so Schmidt.

Tatsächlich ändere sich für den Übungsplatz wenig. Allerdings werde die Kommandantur nicht mehr dort sein, und die Feuerwehr nicht mehr dauerhaft, sondern nur noch bei Bedarf.

Durch die Umwandlung des Regiments in ein Bataillon würden sogar ein paar Soldaten mehr in Schwarzenborn stationiert.

Der Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert (CDU) benutzt für die Pläne für Schwarzenborn gerne den Begriff "Standortübungsplatz plus". Funktionell bleibe der Platz erhalten. Allerdings gebe es noch einige Unklarheiten für die Planung, räumte der Verteidigungspolitiker ein.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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