Walter Seibert kämpft seit Jahren mit Schweiß und Herzblut für die Schwalmaue

Frösche werden erfrieren

Das Wasser sinkt: Naturschützer Walter Siebert wies bereits im Frühsommer darauf hin, dass der Wasserzulauf des Biotops nicht ausreichen wird. Jetzt sind die Teiche fast trocken. Foto: Archiv

Niederurff. „Sagen Sie mir, was ein einzelner Mensch noch tun kann?“, fragt Walter Siebert. Seit Jahren liegt der Niederurffer im Clinch mit den Behörden wegen der Erhaltung eines Biotops an der Schwalmaue. Er diskutierte mit Lokalpolitikern, Landespolitikern und Umweltexperten darüber, wie man die Teichanlage retten könnte.

2006 wurde der Umbau des Biotops am Ortseingang Niederurff fertiggestellt. Das alte Biotop wurde damals erweitert, allerdings läuft es seitdem aus. Nun droht es auszutrocknen. Die Idee, das ursprüngliche Biotop zu verbessern, ist also fehlgeschlagen.

Rettung auf eigene Faust

Das nimmt Walter Siebert nicht hin: Seit Jahren schuftet, gräbt und baggert er, um das Biotop zu schützen. 2009 und 2010 pumpte Siebert sogar Tag für Tag – wochenlang – Wasser aus der Schwalm hinein. 2000 Euro haben ihn Pumpe, Diesel und Arbeitszeit bereits gekostet.

In diesem Jahr hat die Naturschutzbehörde es ihm untersagt, Wasser in die Aue zu pumpen, sagt Walter Siebert. So kam er täglich zum Biotop, um nach den Kaulquappen zu sehen. Viele der Tiere seien verendet, fügt er hinzu. „Ich habe schon als Kind im Sommer die Frösche hier quaken gehört“, erzählt Siebert.

Er ist ein Umweltschützer und sieht in der Schwalmaue mehr als eine Wiese. „Wir müssen Tieren Lebensraum zur Verfügung stellen“, sagt der ehemalige Landwirt. Im Winter graben sich die Frösche am Teichboden ein, das Wasser schützt sie vor Frost. Bei dem derzeitigen Wasserstand werden sie wohl erfrieren, befürchtet Siebert.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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