Besonders Pferdehalter leiden unter hohen Preisen für Einstreu

Frostschäden: Stroh ist knapp und teuer

Wolfhager Land. Die Pferdehaltung wird in diesem Jahr teurer. Stroh als Einstreu ist Mangelware im Wolfhager Land – und die Prognosen für 2012 sind nicht gut, sagt Johannes Gerhold vom Kreisbauernverband.

Durch die Frostschäden werde es weniger Getreide geben und somit auch weniger Stroh. Die Altkreise Wolfhagen und Hofgeismar seien davon in Nordhessen am schlimmsten betroffen gewesen. „Wir hatten hier bis zu 100 Prozent Ausfall beim Getreide.“ Gerhold, selbst Landwirt, hat 100 Prozent Ausfall beim Winterweizen und 50 Prozent bei der Gerste gehabt. „So etwas hat es bei uns in der Region noch nicht gegeben“, sagt Gerhold.

Bereits in den beiden vergangenen Jahren sei die Ausbeute an Stroh karg gewesen. „Menge und Qualität waren schlecht.“ Schuld seien verregnete Sommer und ein zu trockenes Frühjahr 2011 gewesen. Ein Grund für die hohen Strohpreise sei auch der Mais, der zunehmend das Getreide von den Feldern verdrängt, erklärt Gerhold. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Mais-Anbauflächen 2011 deutschlandweit um 9,6 Prozent auf 2,5 Millionen Hektar.

Während die Vorräte der Viehhalter dahinschrumpfen, steigen die Preise. Stroh ist eine knappe Ware geworden. Darunter leiden vor allem Pferdebesitzer. Auch bei Johannes Gerhold haben Pferdehalter bereits jetzt Bedarf angemeldet, um sich Stroh zu sichern.

Flächenmangel wegen Biogas

Für Werner Schmidt, der in Istha einen Pensionspferdestall betreibt, wird es schwer, die Preise für die Einstaller zu halten. „Nicht nur das Stroh zieht an, sondern auch das Heu wird zunehmend knapper und damit teurer.“ Auch Schmidt macht neben der Witterung die wachsende Zahl von Biogasanlagen dafür verantwortlich. „Die Flächen werden immer weniger, weil überall Mais angebaut wird.“

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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