Dr. Reinhard Trolp hielt den Festvortrag

Gesundheitswoche ist eröffnet: Krebsfrüherkennung im Fokus

Die Organisatoren: Klemens Olbrich, Martina Kohlhase, Dr. Reinhard Trolp, Heidrun Englisch und Martin Karwacki (von links) freuen sich auf eine spannende Gesundheitswoche. Foto: Rose

Neukirchen. Eine Woche lang dreht sich in Neukirchen alles um die Gesundheit: Bei Vorträgen und Mitmach-Aktionen steht bis einschließlich Sonntag das Thema im Fokus. Am Montag wurde die Gesundheitswoche im Rathaus eröffnet, den Festvortrag hielt Dr. Reinhard Trolp.

Nach 2002 und 2004 geht die Gesundheitswoche damit in die dritte Auflage. Daniel Karwacki, Vorsitzender von Pro Neukirchen, stellte das Programm vor.

Über Erfolge und Grenzen in der Krebsvorsorge und der Früherkennung klärte Dr. Trolp auf. Als Vorsorge würden all jene Untersuchungen bezeichnet, die verhüteten, dass Krebs überhaupt auftritt. Die Früherkennung bezeichne Untersuchungen, die die Krankheit in einem möglichst frühen Stadium entdeckten. Das so genannte Screening seien Reihenuntersuchungen bei Brustkrebs. Insgesamt müsse die Früherkennung durchaus kritisch gesehen werden. „Manche Untersuchungen schaden eher als dass sie nutzen – etwa unnötige Gewebeentnahmen oder zu lange Wartezeiten auf weiterführende Untersuchungen“, erläuterte der Gynäkologe.

Kritisch sei immer zu hinterfragen, ob die Komplikationen das Risiko eines Eingriffes rechtfertigten. Positiv sei das Screening zu bewerten: „Hier sind 35 Prozent der entdeckten Karzinome unter einen Zentimeter groß. Solche kleinen Knoten können nicht ertastet werden.“ Zu den häufigsten Risiken, die Krebs auslösen könnten, zähle nach wie vor das Rauchen, „ein Viertel bis 40 Prozent werden durch Rauchen verursacht“. Vorsorge könne man durch Bewegung und gesunde Ernährung treffen. Erstaunlich sei, dass sich für Gesundheit scheinbar überwiegend Frauen interessierten: 35 Prozent der Frauen gingen zur Früherkennung, aber nur zehn bis 15 Prozent der Männer.

Wie viele Menschen in Deutschland an Krebs erkrankten, dazu gebe es ungenaue Zahlen: „Beim Krebsregister hinken wir hinterher. Die DDR war führend. Bis 2019 soll das Krebsregister jedoch flächendeckend eingeführt werden“, erläuterte Trolp. Die anonymisierten Daten dienten Forschungszwecken.

Der Mediziner gab im Anschluss einen Überblick über kassenärztliche und private Leistungen rund um die Früherkennung. So liefere etwa die Darmspiegelung sehr gute Ergebnisse, Krebs könne früh entdeckt werden. Immer kritisch zu sehen sei der so genannte PSA-Wert in der Diagnostik von Prostata-Tumoren. „Der Wert ist relativ ungenau und muss immer zusammen mit anderen Untersuchungen bewertet werden.“ Auch bei Tumor-Markern sei die Fehlerquote riesengroß. „Häufig ist da unser allgemeines Wohlbefinden genauer.“ (zsr)

Quelle: HNA

Kommentare