Es wird brandgefährlich

Frühling im Wald heißt Erholung, aber auch Waldarbeiten, Rauchverbot und Leinenpflicht

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Viel zu tun: Forstamtsleiter Christian Foet organisiert im Frühling Brandschutzübungen, Baumfällarbeiten und Aufforstung.

Melsungen. Der Frühling lockt Mensch und Tier in den Wald. Doch beim Spazieren sollte man einige Regeln befolgen: Hunde anleinen, Absperrungen beachten, Rauchen einstellen.

„Es ist warm und trocken, somit steigt die Brandgefahr“, erklärt Melsungens Forstamtsleiter Christian Foet. Daher sei Rauchen im Wald von 1. März bis 30. September streng verboten. Jedes Jahr im Frühling finde daher eine Feuerwehrübung statt, um für den Waldbrand gewappnet zu sein. „Es hält sich leider nicht jeder an die Verbote.“

Ein weiteres Problem ist der Schädlingsbefall, insbesondere der Borkenkäfer, der vorzugsweise Fichten befällt. „Durch den milden Winter sind wenig Käfer erfroren. Sie fressen sich jetzt munter durch die Bäume und schädigen damit nicht nur den Forst an sich, sondern auch die Bauholzindustrie.

Um die Schäden durch Käferbefall und Stürme auszugleichen, startet das Forstamt im Frühling in die Pflanzsaison. „Wir schlagen geschädigte Bäume und pflanzen neu. Das sorgt für ein ausgewogene Vielfalt an heimischen Pflanzen und Bäumen“, erklärt Forstamtsleiter Foet. Das sei nicht nur wichtig, um den Lebensraum der Tiere zu erhalten, sondern auch für Spaziergänger schön anzusehen. Seit 2011 wurden im Forstamt-Gebiet rund 300 Hektar neu bepflanzt. „Bei 1500 Bäumen pro Hektar macht das 450 000 Neupflanzungen“, berichtet Foet.

Für umfangreiche Bepflanzungen und Baumfällarbeiten würden regelmäßig Waldwege abgesperrt. Das rot-weiße Absperrband und die Warnschilder sollten keinesfalls übertreten werden: „Wir wollen damit Spaziergänger und Radfahrer nicht ärgern, sondern schützen. Verletzte, wegen umfallender Bäume, braucht niemand“, sagt Foet.

Blumen am Wegrand oder Pilze dürften übrigens das ganze Jahr über gesammelt werden. Es gibt nur zwei Einschränkungen: Man befindet sich in einem Naturschutzgebiet oder möchte die Pflanzen beziehungsweise Pilze verkaufen, so der Forstamtsleiter.

Mit dem Frühling blühen aber nicht nur die Pflanzen, auch die Tiere werden wieder aktiver. „Der Luchs ist in Paarungslaune, tragende Rehe suchen Geburtsplätze und Wildschweine haben bereits ihre Frischlinge“, berichtet Foet.

Gerade im Frühling komme es dadurch verstärkt zu Wildwechsel. Foet rät daher, aufmerksam zu fahren und sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Außerdem sollten Spaziergänger ihre Hunde im Wald an der Leine führen, um Mutter- und Jungtiere zu schonen.

Auch wenn es selten vorkommt, hat Foet eine weitere Bitte: Wer ein verletztes oder verlassenes Tier finde, solle es keinesfalls selbst zum Tierarzt bringen. „Das ist gut gemeint, aber völlig falsche Tierliebe.“ Ein Anruf beim Förster oder Jagdpächter genügt, damit die Tiere optimal versorgt werden können. Die Nummer erfährt man bei Forstamt und Polizei.

Kontakt: Forstamt, Tel. 05661/73780, oder Polizei Melsungen 05661/708920.

Von Jasmin Paul

Quelle: HNA

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