Neujahrsschießen der Sander Sportschützen mit nostalgischen Schwarzpulverwaffen

Füchse im Pulverdampf

Ein Doppelfuchs: Beim Schuss mit einem Vorderladergewehr bildete sich bei Rudolf Gesslauer an der Laufmündung sowie am Zündschloss eine Feuerzunge. Foto:  zih

Bad Emstal. Es knallte und roch wieder mächtig im Sander Schützenhaus „Auf den Birken.“ Denn dort veranstalteten die Sander Sportschützen ihr traditionelles Neujahrsschießen mit modernen Kopien historischer Vorderlader-Schwarzpulverwaffen.

Das Ganze lief unter strenger waffenrechtlicher Aufsicht. Denn Schützen, die nicht im Besitz eines Sprengscheines sind, dürfen nur schießen, wenn ihnen ein Sprengscheininhaber zur Seite steht. Nur dieser darf auch die jeweilige Waffe laden, beziehungsweise die Munition zum Schuss herstellen.

Wichtigstes Requisit ist dabei der Werkzeugkasten mit Lade- und Putzstock, Schwarzpulver, Zündhütchen, Mischung für das Rundkugel-Geschossblei, Geschosspflaster oder Geschossfett. Wird der Schuss dann mit einem lauten Knall in einer Pulverdampfwolke gelöst, ist der Fuchs zu sehen. So nennt man die den Lauf verlassende Feuerzunge, die sich auch beim Zündverschluss bilden kann.

Leidenschaft

Seine Leidenschaft für das Schießen mit historischen Lang- und Kurzvorderladerwaffen wurde für den Vorsitzenden der Sander Sportschützen, Erich Mey, durch eine nostalgische Waffenart angefacht: dem Hinterladerzündnadeldienstgewehr. Anfang der 80er Jahre erwarb Mey als ehemaliger Bundeswehr-Schießlehrer eine solche Waffe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts als Nachbau. Seitdem gibt es bei den Sander Sportschützen eine sehr aktiv schießende Wettkampf-Schwarzpulvergruppe.

Beim Sander Schwarzpulver-Neujahrsschießen für Mitglieder und geladene Gäste, geschossen wurde auf einer 25-Meter-Distanz auf historische Motivscheiben, stand jeweils ein Wettbewerb mit Vorderladergewehren sowie -pistolen und eine Kombinationswertung an. Die Ergebnisse der Wettbewerbe lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. (zih)

Quelle: HNA

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