Führungszeugnis für Jugendbetreuer wird Pflicht

Schwalm-Eder. Vereine müssen künftig von Übungsleitern, Trainern und Jugendwarten ein erweitertes Führungszeugnis einfordern. Das schreibt das Kinderschutzgesetz vor. Wer genau ein Führungzeugnis vorlegen muss, soll in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Schwalm-Eder-Kreises besprochen werden, die im November stattfindet.

Ein entscheidendes Kriterium ist, wie intensiv ein Betreuer mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeitet. Bisher mussten lediglich hauptamtlich tätige Fachkräfte sowie Tagespflege- und Vollzeitpflegekräfte ein Führungszeugnis vorlegen, sagte Horst Abel vom Fachbereich Jugend und Familie der Kreisverwaltung. Er koordiniert die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Jetzt greift laut Abel diese Verpflichtung auch für neben- und ehrenamtlich Tätige.

Grundlage für die Neuregelung ist eine 2012 im Bundestag beschlossene Ergänzung des Kinderschutzgesetzes, nachdem sexuelle Übergriffe durch Jugendbetreuer auf Kinder und Jugendliche bekannt geworden waren.

Seitdem sind Jugendämter verpflichtet, sicherzustellen, dass nur haupt- und ehrenamtliche Kinder- und Jugendbetreuer tätig sein dürfen, die zuvor ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt haben. „Wenn nur ein Fall von Missbrauch ausgeschlossen werden kann, ist der Aufwand schon gerechtfertigt“, sagte Abel.

Erfasst werden dürfen nur Vorfälle aus dem Sexualstrafrecht, nicht aber zum Beispiel Verkehrsdelikte. Nach fünf Jahren muss ein neues Führungszeugnis vorgelegt werden. Weigert sich ein Übungsleiter, dieses vorzulegen, darf der Verein ihn nicht mehr einsetzen.

Die Vereine im Landkreis sehen in der Vorschrift vor allem eine höhere Belastung. Bei der MT Melsungen beispielsweise werde gerade an einem zusätzlich Wertekodex gearbeitet, teilte der Verein mit. (cst/mli)

Quelle: HNA

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