Für ihr ehrenamtliches Engagement hat Eleonore Wegehaupt die Elisabethmedaille des Bistums Fulda erhalten

Fünf Jahrzehnte für die Katholische Kirche

Unermüdlicher Einsatz: Über 50 Jahre lang engagierte sich Eleonore Wegehaupt in der Katholischen Kirche. Foto: Riemenschneider

Spangenberg. Beinahe hätte Eleonore Wegehaupt ihre eigene Ehrung verpasst. Am zweiten Weihnachtstag wollte die Spangenbergerin wegen des vielen Schnees gar nicht in die Kirche gehen. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter – die beide wussten, dass sie an diesem Tag ausgezeichnet werden sollte – konnten sie dann aber doch noch überreden. Sie erzählten der 90-Jährigen, die am Vortag Geburtstag gehabt hatte, der Pfarrer wolle ihr noch gratulieren.

Tatsächlich bekam Wegehaupt jedoch an diesem Tag die Elisabeth-Medaille des Bistums Fulda verliehen. Pfarrer Kiel überreichte ihr die Auszeichnung für 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste der Katholischen Kirche. Unter anderem war Wegehaupt in den vergangenen Jahrzehnten als Lektorin und Küsterin tätig. Zudem engagierte sie sich im Pfarrgemeinderat, in der Pfarrgemeinschaft und im Seniorenclub.

1954 lebte Eleonore Wegehaupt noch in Wanfried. Ihr Ehemann war dort Küster, und die Wegehaupts wohnten im Pfarrhaus. Schon dort gab es immer etwas zu tun, wie Eleonore Wegehaupt erzählt. Selbst Sitzbezüge für die Kirchenbänke habe sie damals genäht.

Vier Jahre später zog das Paar nach Spangenberg, denn der Pfarrer von Wanfried war in die Liebenbachstadt versetzt worden. Auch dort packte Wegehaupt überall mit an, wo sie gebraucht wurde. Sie übernahm Küster- und Lektorentätigkeiten, putzte den Pfarrsaal, machte bei Überschwemmungen den Pfarrhauskeller sauber, schmückte die Altäre für besondere Anlässe, organisierte Kaffeestunden für Flüchtlingsfrauen, war im Kirchenvorstand tätig und engagierte sich im Seniorenclub. Und das alles über 50 Jahre lang.

Dass sie sich überall so aktiv beteiligen und immer dabei sein konnte, das ist der bescheidenen und stets praktisch denkenden Frau genug Lohn für ihre Dienste, wie sie sagt.

Heute lebt die 90-jährige, deren Mann vor zehn Jahren starb, nicht mehr allein im großen Gebäude am Waldrand in Spangenberg. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter teilen seit einigen Jahren das Haus mit ihr. Immer noch möchte die jung Gebliebene aber gern überall mit anpacken. Und wenn ihr Sohn mal kein Auge darauf hat, dann hat sie morgens bereits den Schnee vor der Tür geräumt. (zgr)

Quelle: HNA

Kommentare