Hildegard Graf und Christina Stallwood haben ausgesetztes Tier bei sich aufgenommen

Bus fuhr weg, Mieze war da

Tierlieb: Rentnerin Hildegard Graf hat Flecky schon ins Herz geschlossen. Foto: V. Koch

Elbersdorf. Eine kläglich miauende herrenlose Katze hat Christina Stallwood am Waldrand von Elbersdorf gefunden. Seit zwei Wochen pflegen sie und ihre Mutter Hildegard Graf die Kätzin.

Eine Bekannte hatte Christina Stallwood auf das Tier aufmerksam gemacht. Sie und ihre Mutter Hildegard Graf entschieden sich schnell, der gefleckten Katze ein neues Zuhause zu geben. Flecky – so haben sie die Streunerin genannt – hat sich schon gut bei ihnen eingelebt. „Wir haben schon mehr Katzen gehabt, aber so verschmust war keine“, sagt Hildegard Graf.

Am Waldrand gefunden

Die beiden Frauen verstehen nicht, wie jemand Flecky einfach am Waldrand aussetzen konnte. Bekannte von Christina Stallwood hatten einen älteren VW-Bus am Waldrand nahe der Grillhütte in Elbersdorf gesehen. „Als der Bus wegfuhr, war die Katze da“, sagt Christina Stallwood.

Mehrere Tage wurde die herrenlose Katze am Waldrand gesehen. „Als wir sie geholt haben, war sie schon ganz dünn“, sagt sie. Mittlerweile ist Flecky wieder gut genährt.

Eine vernarbte Wunde am Ohr der Katze wirft bei den beiden Fragen auf. Außerdem bekommt Flecky mehrmals am Tag hustenartige Anfälle. „Vielleicht hat sie deshalb jemand ausgesetzt“, sagt Christina Stallwood.

Um den Hals hatte die Katze ein Band mit blauen Perlen. „Das muss eine Hauskatze gewesen sein“, sagt Hildegard Graf. Dafür spricht ihrer Meinung nach auch, dass die Katze bei ihnen gleich aufs Katzenklo gegangen ist. Außerdem wolle Flecky gar nicht vor die Haustür gehen.

Obwohl Flecky schon ausgewachsen ist, geht die Rentnerin davon aus, dass die Katze noch nicht sehr alt ist. „Sie springt ohne Probleme auf meinen Schrank“, sagt die 76-Jährige.

„Kenne die Katzen hier“

Aus dem Dorf ist die Katze nach Angaben von Christina Stallwood nicht. „Ich kenne die Katzen hier“, sagt sie. Sie kann sich nicht vorstellen, dass Flecky weggelaufen ist. Trotzdem schaut sie jeden Tag in der Zeitung nach, ob die Beschreibung einer vermissten Katze auf Flecky passt.

Mittlerweile ist die zahme Mieze den beiden Frauen ans Herz gewachsen. „Wir möchten sie gar nicht mehr hergeben“, sagt Hildegard Graf. Um so größer ist ihr Unverständnis dafür, dass jemand Flecky anscheinend einfach am Waldrand zurück gelassen hat. (yvk)

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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