Ab Dienstag: Fuldanixe schwimmt wieder

Floß ahoi: Vertreter des Wasser- und Schiffahrtsamts Hann. Münden und der Wasserschutzpolizei mit Flößern und Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel (dritter von rechts) vor der Inspektionsfahrt von Morschen nach Melsungen. Foto:  Lammel

Kreisteil Melsungen. Mit dem Floß über die Fulda, das ist Natur pur. Ohne den bollernden Schiffsdiesel eines Ausflugsdampfers und in familiärer Atmosphäre können sich Einheimische und Touristen ab Dienstag wieder treiben lassen.

Damit alles reibungslos klappt, haben jetzt Vertreter von Wasserschutzpolizei, Wasser- und Schifffahrtsamt sowie mehrere Flößer die 19 Kilometer lange Route von Morschen nach Melsungen inspiziert.

„Der Winter hat womöglich Spuren hinterlassen“, erklärt Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel die Aktion im Vorfeld. „Umgestürzte Bäume oder größere Steine könnten den Weg versperren.“ Sollte die Fulda zu stark versandet sein, müssten vor der ersten Tour auch noch Bagger anrücken und die Untiefen beseitigen.

Deshalb achten die Flößer Werner Neumann und Wilfried Faßhold auf jedes Detail an der Strecke, um auf den Start in die Nixensaison vorbereitet zu sein. Die Strecke kennen sie ohnehin wie ihre Westentasche – Werner Neumann ist schon seit 22 Jahren auf der Fulda unterwegs, Wilfried Faßhold beginnt seine fünfte Saison.

Trotzdem stehen beide während der Inspektionsfahrt unter Beobachtung. Günter Gros, Leiter des Außenbezirkes Rotenburg beim Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden, soll ihnen für den Sommer eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Beide haben trotz ihrer jahrelangen Erfahrung keinen Sportbootführerschein. Ein Scheininhaber muss aber immer an Bord sein, wenn die Flößer Touristen durchs Fuldatal fahren.

„Wir leiden unter Personalmangel“, sagt Flößer Alfred Pohl. Von vormals sechs Flößern seien nur noch vier übrig, davon drei ohne Bootsführerschein. Pohl selbst will sich nach 25 Jahren auf der Fulda zurückziehen. „Deshalb sollen sich beide heute beweisen und – wenn alles klappt – eine Ausnahmegenehmigung bekommen.“

Werner Neumann lässt sich davon mit der Hand am Ruder und dem Fuß am Außenbordmotor nicht aus der Ruhe bringen. Gemeinsam mit Faßhold, der vorn die Strecke beobachtet und das Floß mit der Stake ausrichtet, bringt er die weiteren Flößer und Behördenmitglieder sicher ans Ziel. Auch beim Wendemanöver, das wegen der kreuzenden Fahrradfähre zwischen Binsförth und Beiseförth notwendig wird, bleiben die Flößer gelassen. Nach einigen Flusskilometern steht fest: das Flößergespann erhält die Genehmigung, die Fuldanixe kann heute in die Saison starten.

Quelle: HNA

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