Feuerstein und Fachwissen entzünden Flammen – Ein Ausflug in die Vergangenheit

Der Funke sprang über

Elementar: Welche Bedeutung die Kunst des Feuermachens von vielen hunderttausend Jahren hatte, erklärte und demonstrierte Ingolf Schuster auf dem Steinzeitplatz in Oberaula-Hausen. Foto: Löwenberger/nh

Hausen. Klack, klack, klack, klack - seit mehr als zehn Minuten kniet Ingolf Schuster vor dem mit einem Schafsfell bedeckten Holzklotz und schlägt zwei kleine Steine gegeneinander. Etwa 100 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, vorwiegend aus Hausen und Oberaula, stehen im Kreis um ihn herum und beobachten das Treiben aufmerksam und gespannt – und sie sehen nichts. Man könne auch nichts sehen, die Funken seien dunkel und nur bei Nacht zu erkennen, erläutert der Mann und schlägt unermüdlich weiter. „Ich habe es schon mal geschafft“ scherzt er und rät den Umstehenden, sich derweil schon mal ein Bratwürstchen zu kaufen. Und dann wieder ernst: „Manchmal klappt es in wenigen Minuten, manchmal dauert es eine halbe Stunde“.

Nur ein Feuerstein

Einen Feuerstein schlägt Schuster gegen eine Markasit-Knolle, dabei entstehen kleine Funken. „Erst wenn ein Funke auf den hier unten liegenden Zunderschwamm fällt, beginnt dieser ganz langsam zu glimmen“, erklärt der Feuermeister den gespannt wartenden Besuchern. Zwei Feuersteine funktionierten nicht, ergänzt er.

Und dann, plötzlich zeigt sich ein ganz feines Rauchfähnchen auf. Vorsichtig nimmt Schuster das Schwämmchen auf, pustet sachte dagegen, wieder und wieder, ganz, ganz vorsichtig und langsam wird das Rauchfähnchen stärker. Jetzt kommt das Schwämmchen auf ein Holzbrettchen, wird ganz locker mit ein paar Strohalmen bedeckt und nach weiterem Pusten züngelt mit einem Mal ein klitzekleines Flämmchen auf. Behutsam legt Schuster Stroh nach, dann ein paar kleine Reisigästchen. Die Rauchfahne wird jetzt stärker, die Flamme wächst langsam und jetzt kann der Hobbyarchäologe das Häufchen in die Feuerstelle setzen und nach und nach immer größere Holzstücke auflegen. Das Feuer brennt.

Wärmendes Lagerfeuer

Die Zuschauer auf dem kleinen Festplatz neben dem Hausener Sportplatz, wohin die Steinzeitfreunde Hausen zu einem Ausflug in die Vergangenheit eingeladen haben, spenden reichlich Applaus. Und jetzt ist auch Zeit für eine Bratwurst und einen Glühwein, um sich dann an dem mittlerweile stattlichen Lagerfeuer zu wärmen. (zlb/nh)

Quelle: HNA

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