Steinzeitfreunde Hausen organisierten Wettkampf der Feuermacher

Loderndes Spektakel: Unter der Anleitung von Ingo Schuster (ganz rechts) versuchten sieben Nachwuchszündler mithilfe von Feuerstein, Markasit und Zunderschwamm ein Feuer zu entfachen. Am schnellsten gelang das Nicki Heyde (rechts im Bild). Fotos: Rose

Hausen. „Am Anfang war das Feuer“ – so lautet der Titel eines Abenteuerfilms von 1981, der die prähistorische Feuersuche beschreibt. Dass für eine kleine Flamme doch reichlich Einsatz gefragt ist, davon konnten sich am Sonntag die Besucher beim Wettkampf der Feuermacher in Hausen überzeugen.

Organisiert worden war das lodernde Spektakel von den Steinzeitfreunden Hausen. Die Gruppe gründete sich zum Dorfjubiläum vor zwei Jahren und wandelt seitdem auf den Spuren der Neandertaler.

Am Sonntag hatten sie sich jedoch fachkundige Unterstützung geholt: Ingo Schuster, der Mann, der 2008 für eine SWR-Dokumentation in Steinzeitkleidung über die Alpen wanderte, erklärte den Neugierigen wie es beim Feuermachen ordentlich funkt. Sieben Nachwuchszündler stellten sich schließlich dem vergnüglichen Wettbewerb. Pünktlich zum Startschuss, den Organisator Uwe Bickert stilecht mithilfe einers Kuhhorns gab, ließ dann auch der Regen nach.

Mit Markasit und Schwamm

Auf geschichtsträchtigem Boden – Hausen gehört zu den ältesten Fundstellen – machten sich die Feuermacher ans funkende Werk. „Die Werkzeuge waren sehr überschaubar“, erklärte Schuster. „Ein Feuerstein, Markasit und Zunderschwamm.“ Der Markasit sei eine Schwefelverbindung und finde sich bis heute überwiegend an der Ostsee. Zugegeben, optimale Witterungsbedingungen hatten die Hausener am Sonntag nicht. „Es sollte eigentlich windstill und trocken sein“, erläuterte der 56-Jährige. Der Zunderschwamm ist übrigens ein Baumpilz. „Der wurde früher in Mammuturin eingelegt und danach getrocknet“, sagte Ingo Schuster. Diese Technik des Feuermachens sei archäologisch nachgewiesen und etwa dreißigtausend Jahre alt.

Umringt von vielen Zuschauern hockten sich sieben muntere Neusteinzeitler an die improvisierte Feuerstelle. Während sich die Gäste mit Steinzeitwurst stärkten und sich mit hochprozentigen Honigpunsch wärmten, versuchten die Teilnehmer mit Technik und dem steten gegeneinanderschlagen von Feuerstein und Markasit Funken zu erzeugen. Die galt es, auf den zerbröselten Zunderschwann zu lenken. Nicki Heyde(33) gelang das nach gerade einmal drei Minuten. Der Wahlshäuser fachte den glimmenden Schwamm mit ordentlich Puste an, Ingo Schuster gab Heu hinzu. Die ersten zaghaften Flammen wurden mit einem kräftigen Applaus vom Publikum honoriert. Das spornte auch die anderen Teilnehmer an. Der Sieger kann künftig seine Technik noch verfeinern: Ingo Schuster schnürte ihm das Siegerpäckchen – ein „Steinzeitfeuerzeug“ mit allen notwendigen Werkzeugen. Am Anfang war schließlich das Feuer.

Quelle: HNA

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