Ortsbeirat diskutierte

E-Plus möchte auf Hasunger Berg Funkmast errichten

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Dorf am Berg: Am Wasserhochbehälter – rechts oberhalb der Kirche kurz vor dem Plateau – will der Mobilfunk- Betreiber E-Plus im Naturschutzgebiet einen Sendemast errichten.

Burghasungen. Ein Mobilfunk-Mast auf dem Berg des Heiligen Heimerad? Wenn es nach dem Willen des Mobilfunk-Unternehmens E-Plus geht, wird es so kommen.

Am Donnerstagabend diskutierte der Ortsbeirat von Burghasungen über das Thema, beschlossen wurde nichts, die Beiräte wünschen mehr Informationen.

E-Plus möchte direkt neben dem Wasser-Hochbehälter am Fuße des Berg-Plateaus einen 25 Meter hohen Mast für seine Sendeanlagen errichten. Viel mehr ist aber nicht klar. Während der Sitzung konnte die Frage nicht beantwortet werden, ob das Grundstück, auf dem das Wasserhäuschen steht und der Mast errichtet werden soll, der Stadt oder aber – wie der Rest des Hasunger Berges – der Kirche gehört.

Unklar ist auch, wie viel Pacht die Stadt einnehmen würde. Sicher ist, laut Bürgermeister Stefan Denn: „Es würde Geld in die Stadtkasse bringen.“ Denn versicherte, dass im Falle des Baus auf dem Berg die seit Jahren existierende Sendeanlage auf einem Haus in der Hasunger Straße entfernt würde.

Das Vorhaben von E-Plus ist umstritten, das spiegelte auch die Diskussion während der Ortsbeiratssitzung. Ortsvorsteher Karl Schäfer (SPD) machte gleich zu Beginn deutlich: „Ich kann das in keinster Weise befürworten.“ Das Areal sei ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, auf dem man „nicht mal die Wege verlassen darf“ und ein kostbares Bodendenkmal. Schäfer erklärte, man dürfe nicht alles der Technik unterordnen.

Fabian Kaiser (CDU) sagte, man dürfe sich der Sache nicht „nach dem Sankt-Floriansprinzip“ verschließen. Aber: „Wir müssen alles wissen, bis wir sagen können, lieber Heimerad, tut und leid, du kriegst einen Mast aufs Grab.“

Für Josef Sprenger, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Dorferneuerung Burghasungen, der an der Sitzung des Ortsbeirats als Zuschauer teilnahm, eine unerträgliche Vorstellung. In einem Schreiben an den Bürgermeister weist er darauf hin, „dass der gesamte Hasunger Berg eine der herausragenden Denkmalstätten des Zierenberger Stadtgebietes ist“ und dass bereits bei der Errichtung des Hochbehälters Anfang der 1970er-Jahre am Standort der ersten, vermutlich aus dem 8. Jahrhundert stammende Kirche und ihres Friedhofes erhebliche Schäden angerichtet worden seien. Der Sendemast würde „auf oder neben dem Heimerad-Grab stehen“.

Es gehe darum, „den Berg nicht nur als Kulturgut zu schützen, sondern auch die einmalige Bergaussicht intakt zu halten“.

Quelle: HNA

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