Fusion der Kirchenkreise Fritzlar und Homberg: "Kein soll Verlierer sein"

+
Marienkirche Homberg

Homberg. Mit einem gemeinsamen Kirchenkreisamt in Homberg, das es ab Herbst 2012 geben soll, machen die beiden evangelischen Kirchenkreise Fritzlar und Homberg den ersten Schritt zur Zusammenlegung.

Ab 2014 dann wird es voraussichtlich nur noch einen Kirchenkreis Fritzlar/Homberg geben. Diese Zusammenlegung, die am Freitagabend zentrales Thema der Kirchenkreissynode Homberg in Niedermöllrich war, wird notwendig durch die demografische Entwicklung: Immer weniger Menschen werden künftig in den Städten und Dörfern leben.

Die ev. Landeskirche erwartet von ihren Kirchenkreisen und -gemeinden, Vorschläge für Strukturreformen zu entwickeln, damit Personal und Pfarrstellen reduziert werden.

Dr. Volker Knöppel, Vizepräsident der ev. Landeskirche von Kurhessen und Waldeck, war Gast der Kirchenkreissynode. Er erläuterte die Vorstellungen der Landeskirche und betonte, dass Veränderungen in den Kirchenkreisen noch bis 2015 auf freiwilliger Basis geschehen könnten. Diese Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wollen die Synodalen in Fritzlar und Homberg nutzen.

„Keiner soll Gewinner oder Verlierer sein“, sagte auch Knöppel, alle Beteiligten müssten sich in der neuen Lösung wiederfinden können. Pfarrerin Sabine Tümmler (Guxhagen), die kommissarisch das Amt des Dekans in Homberg innehat, hält den intensiven und langfristig angelegten Diskussionsprozess an der Basis über die Veränderungen in beiden Kirchenkreisen für notwendig und sinnvoll. Sie berichtete in der Synode über den aktuellen Stand der Gespräche mit dem Kirchenkreis-Vorstand in Fritzlar. Noch ein Kirchenkreisamt Einstimmig sprachen sich die Synodalen in Niedermöllrich dafür aus, einem Stufenplan für die Zusammenlegung der Kirchenkreise zu folgen.

Der sieht so aus:

• Zunächst werden die beiden Kirchenkreisämter, von denen es eines in Fritzlar und eines in Homberg gibt, miteinander fusionieren. Das soll 2012 abgeschlossen sein. Standort des zentralen Kirchenkreisamtes wird Homberg sein.

• Die Fusion der beiden Kirchenkreise soll 2014 abgeschlossen sein. Sabine Tümmler sagte zu, den Prozess als kommissarische Dekanin zu begleiten. Die strukturelle Reform soll dazu führen, dass es im Schwalm-Eder-Kreis künftig drei etwa gleich große Kirchenkreise geben wird: Fritzlar/Homberg, Melsungen und Schwalm. Ihre Größe sichere auch auf längere Sicht den Bestand der Kirchenkreise, sagte Dr. Volker Knöppel. Allerdings seien dafür auch zusätzliche Arrondierungen an den bisherigen Kirchenkreisgrenzen notwendig. Das heißt, dass sich die Zugehörigkeiten und Zuschnitte von Kirchengemeinden ändern werden. Dazu sind noch Gespräche geplant.

Einen positiven Bericht über die Jugendarbeit im Kirchenkreis gab Kreisjugendpfarrer Ralf Ruckert. Er hoffe, dass die befristete Stelle der Jugenddiakonin Kirsten Falinski in eine unbefristete umgewandelt werde, sagte er. Dadurch werde die Jugendarbeit weiter gestärkt. Mit seinem Bericht verabschiedete sich Ralf Ruckert aus dem Kirchenkreis Homberg. Er tritt in naher Zukunft eine Pfarrstelle in Norwegen an.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

Kommentare