Schwalm-Eder-Kreis: Städte leisten sich kein eigenes Public Viewing

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Public Viewing im Schwalm-Eder-Kreis: 2010 wurde bei der Weltmeisterschaft unter anderem auch auf dem Homberg Marktplatz gefeiert.

Schwalm-Eder. Das nächste große Fußballfest steht vor der Tür: Am Freitag beginnt die Europa-Meisterschaft in Polen und der Ukraine. Dabei werden auch die Fans im Schwalm-Eder-Kreis vielerorts gemeinsam vor den Bildschirmen mitfiebern.

Auch Public Viewing ist geplant: Auf der Salatkirmes in Schwalmstadt wird das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft gezeigt, in Gudensberg beim Stadtfest wird das Spiel auf einer Leinwand übertragen. Und vielerorts zeigen Kirchengemeinden und Vereine Liveübertragungen.

Hilfe für Private

Zwar sind Kommunen - beispielsweise bei der Salatkirmes - durchaus an solchen Verstaltungen beteiligt. Ein eigenes Fußballfest mit Großleindwand leistet sich aber keine der größeren Städte im Kreis. Das bestätigten Borken, Fritzlar, Homberg, Melsungen und Schwalmstadt.

In Homberg hat man sich erst gar nicht mit dem Thema befasst. Andere Städte wollen den privaten Anbietern keine Konkurrenz machen. Vielmehr wollen sie diese Privaten unterstützen. Die Städte sind sich einig, dass das Public Viewing keine Aufgabe der Politik, sondern eine der Gastronomie ist.

Die finanzielle Situation spielt ebenfalls eine Rolle. Denn die Anschaffungskosten, zum Beispiel einer Leinwand oder eines Fernsehers, sind einfach zu teuer. Zudem müsse die Gema bezahlt und die Veranstaltung auch bei der Uefa angemeldet werden - und das kostet laut dem Melsunger Stadtmanager Mario Okrafka viel Geld.

Die Kommunen unterstützen die Gastronomen vor allem durch Genehmigungen. So wird der Ausschank von Getränken in Borken auf der Straße erlaubt, sagt Siegfried Bank von der Stadtverwaltung Borken. Auch Fritzlar und Melsungen wollen ihre Wirte unterstützen. „Wenn jemand mehr Platz im Außenbereich braucht, wird er den wohl auch bekommen“, sagt Gerhard Schütt von der Stadtverwaltung Fritzlar.

Hessenweiter Trend

Die Städte im Landkreis liegen im Trend. Laut Karl-Christian Schelzke bieten kaum Kommunen in Hessen Public Viewing an. „Das hat mit der schlechten finanziellen Situation zu tun“, erklärt der Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Das sei zwar schade, weil eine solche Veranstaltung die Bindung an den Wohnort stärken kann, „allerdings kann man die Spiele ja in der Gastronomie gucken“. Und letztendlich gehe es ja darum, dass man sich die Spiele überhaupt ansehen kann.

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Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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