Fußgängerzone: SPD sieht Widersprüche bei Freien Wählern

Martin Gille

Melsungen. Kommunikationsprobleme bei der neu gegründeten Melsunger FWG sehen die Sozialdemokraten zum Thema Fußgängerzonen-Ausbau an der Fritzlarer Straße. „Offensichtlich weiß hier die Rechte nicht, was die Linke will“, sagte der SPD-Stadtverbandsvorsitzender Volker Wagner.

Die FWG gehe mit widersprüchlichen Aussagen an die Öffentlichkeit, kritisierte Wagner. In einem Zeitungsartikel habe FWG-Mitglied Martin Gille den Ausbau der Fußgängerzone zunächst genauso gefordert, wie es einem SPD-Antrag zu entnehmen war – nämlich Planungskosten für 2011 bereit zu stellen und den Ausbau erst später, in den Jahren 2012 und 2013, zu finanzieren.

Nur drei Tage später, so Wagner, werde Gille öffentlich von Mitgliedern seiner Wählergruppe zurückgepfiffen und spreche sich nun gegen den Ausbau der Fritzlarer Straße aus. Gille begründe dies neuerdings damit, dass die Freien Wähler Gespräche mit Anliegern geführt hätten.

In diesem Zusammenhang verweist die SPD darauf, sie selbst habe alle Eigentümer und Anlieger schriftlich zu einem Gespräch über das Vorhaben eingeladen. Das Ergebnis des Treffens im November sei in den SPD-Antrag eingeflossen.

Auch Martin Gille äußerte sich nochmals zum Thema, nachdem ihm in einem Leserbrief vorgeworfen worden war, er selbst habe als früherer SPD-Stadtrat die Weichen für die Melsunger Fußgängerzone mit gestellt.

„Dazu stehe ich“, schreibt Gille. Die bauliche Angliederung der Fritzlarer Straße an die Fußgängerzone allerdings „war immer fraglich und wurde zu Zeiten, als noch Geld vorhanden war, nicht umgesetzt“, argumentiert der FWG-Mann.

Beim derzeitigen Schuldenstand der Stadt sei es nicht vertretbar, nun plötzlich für viel Geld „eine Straße pflastern zu wollen, die vollkommen in Ordnung ist und deren Umbau von den Anliegern nicht gewollt ist“. Die ins Stocken geratene Sanierung der Innenstadt sei wichtiger und müsse wieder zum Hauptthema der Melsunger Politik werden, meint Gille. (asz)

Quelle: HNA

Kommentare