Hessen überwies Entschädigung nicht direkt

Magnus Gäfgen zieht erneut vor Gericht

Schwalmstadt. Der Kindsmörder Magnus Gäfgen wird erneut vor Gericht ziehen. Der Grund dafür: Hessen hat die Entschädigung von 3000 Euro, die Gäfgen wegen Folterdrohung im Polizeiverhör zugesprochen wurde, nicht an ihn selbst, sondern an eine Hinterlegungsstelle des Amtsgerichts Frankfurt gezahlt.

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Gäfgen sitzt in der JVA Schwalmstadt ein. Gäfgens Rechtsanwalt Dr. Michael Heuchemer sagte auf HNA-Anfrage: „Ich bedauere, noch einmal Beschwerde einlegen zu müssen.“ Er habe auf Rechtsfrieden gehofft, wie dieser seiner Ansicht nach auch vom Oberlandesgericht Frankfurt angedacht war. Das Gericht hatte Gäfgen im Oktober 2012 die Entschädigung zugesprochen. „Das Urteil wird nun wieder in Frage gestellt“, sagt Heuchemer, der das Vorgehen des Landes für „offensichtlich rechtswidrig“ hält.

Laut Mark Kohlbecher, Sprecher des hessischen Innenministeriums, habe das Land eine doppelte Inanspruchnahme des Geldes abwenden wollen. Daher seien die 3000 Euro hinterlegt worden. Denn es gab ein zweites Verfahren zwischen Gäfgen und einem Insolvenzverwalter, in dem beschlossen wurde, dass die Entschädigung in die Insolvenzmasse fließe. Sowohl der Insolvenzverwalter als auch Gäfgen hatten darauf eine Zahlungsaufforderung gegenüber dem Land Hessen geltend gemacht. (cls)

Quelle: HNA

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