Betriebe im Landkreis klagen über explodierende Energiekosten

Gärtnereien leiden unter der Eiseskälte

Schwalm-Eder. Die Gärtnereien im Landkreis leiden unter dem scheinbar endlosen Winter. Die Böden sind noch gefroren, Frühjahrsblüher wie Primeln oder Ranunkeln können in diesem Jahr auch kurz vor Ostern immer noch nicht angepflanzt werden. Die Gärtnereien bleiben auf ihren Beständen sitzen.

Und das zu einer Zeit, in der das Geschäft sonst blüht. „Es ist eine Katastrophe. Die Verkaufszahlen sind im Vergleich zum vorigen Frühjahr um über 70 Prozent gesunken,“ sagt Reinhold Bauer von der Gärtnerei Bauer in Borken. „Wir verkaufen höchstens mal Dekorationen, wie zum Beispiel ein Primelkörbchen zum Geburtstag,“

Bauer ist schon seit 40 Jahren im Geschäft, aber einen solchen Frühling hat er noch nicht erlebt. „Die Kälte treibt die Energiekosten in die Höhe,“ fügt er hinzu. Die lägen in diesem Frühjahr um ein Drittel höher als im vorigen - der starke Wind, der zurzeit übers Land fegt, kühle die Gewächshäuser zusätzlich aus. Etwas tun könne man nicht gegen diese Situation: „Man erhält keinerlei Subventionen, um das Ganze abzufedern,“ ärgert sich Bauer.

Temperaturen über zehn Grad nötig

Ähnlich geht es Klaus Werkmeister, Eigentümer der Gärtnerei Werkmeister in Spangenberg: „Da hilft nur beten,“ sagt der Diplom- Gartenbauingenieur. Auch für Hobbygärtner sei kein Land in Sicht: „Selbst wenn es jetzt warm werden würde, dauert es zwei Wochen, bis der Boden wieder weich genug fürs Anpflanzen ist.“ Dafür seien über Tage hinweg Temperaturen von über zehn Grad nötig. „An eine eigene Anzucht ist zurzeit nicht zu denken.“

Die Ausfälle bei den Verkäufen wirkten sich weiter aus: „In den Gewächshäusern entsteht ein Platzproblem,“ sagt Werkmeister. Schließlich stehe Ende April schon der Verkauf für die Sommerbepflanzung in den Startlöchern.

Von Till Bayer Und Claudia Brandau

Quelle: HNA

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