Wichtig für den Umsatz

Melsungen hat die meiste Außengastronomie im Kreis

Mittagessen unterm Sonnenschirm: In Melsungen verzichten nur wenige Betriebe auf eine Außengastronomie. Viele erzielen an guten Tagen einen Großteil des Umsatzes unter freiem Himmel. Teresa Glass (von links) und Udo Banniza essen vor der Kleinen Köötze, dort bedient Martin Kleinmann (Mitte). Foto: Gehlen

Melsungen. Die Melsunger essen und trinken offenbar gern im Freien: Die Bartenwetzerstadt hat die meiste Außengastronomie der größeren Städte im Schwalm-Eder-Kreis. Insgesamt 25 Restaurants, Bäckereien und Cafes bieten in der Innenstadt Sitzplätze unter freiem Himmel an.

Laut der Stadt Melsungen gibt es dabei 23 Außenbewirtungen auf öffentlichem Grund und zwei auf privatem Boden. Nur zwei Gastronomiebetriebe verzichten auf diese Möglichkeit. In Melsungen hat die Bewirtung unter freiem Himmel Tradition: „Die Zahlen sind schon seit Jahren unverändert“, sagt Ordnungsamtsleiter Roland Schmidt.

Andere große Städte im Schwalm-Eder-Kreis können da nicht mithalten: Gerade einmal neun Außenbewirtungen sind es in der Homberger Innenstadt, elf in Fritzlar. Die Verwaltung in Schwalmstadt hat 13 Gastronomiebetriebe mit Außenbewirtung registriert, die Stadt Borken zehn.

Die hohe Zahl in Melsungen wird durch die Gebührenpolitik in Melsungen begünstigt: Die Stadt Melsungen halte die entsprechende Sondernutzungsgebühren seit Jahren stabil, sagt Schmidt. Fünf DM kostete es früher pro Quadratmeter und Monat, wenn ein Wirt seine Tische auf öffentlichem Grund abstellte. Heute zahlt ein Gastronom 2,50 Euro. Zum Vergleich: In Schwalmstadt werden die Wirte mit 3,20 Euro pro Quadratmeter zu Kasse gebeten, in Borken zahlt man drei Euro.

Wie wichtig Außengastronomie ist, zeigt eine Umfrage unter Melsunger Wirten: 80 Prozent des Pfingstgeschäfts hat beispielsweise das Restaurant Kleine Köötze durch seine Außenbewirtung gemacht. Die Stammgäste nutzten die Außenanlage wegen des schönen Wetters und auch für Touristen sei die Möglichkeit wichtig, draußen zu sitzen. „Die gucken, wo es am schönsten ist“, sagt Inhaberin Mechthild Ulrich.

Vor der Köötze stehen die Tische von März bis September, Kernsaison sei aber von Mai bis August. Die Politik der Stadt lobt Ulrich: Die Konzession seit relativ günstig. Zudem sei die Verwaltung großzügig: Man könne Tische bis in den Oktober stehen lassen, um die letzten Sonnentage auszunutzen.

Bei Micha’s Fischrestaurant werden erst in diesen Tagen die Stühle herausgeholt. Trotzdem hält man die Außengastronomie auch hier für wichtig: „Ich denke, dass man Umsatzeinbußen erleidet, wenn es nicht macht“, sagt Inhaber Michael Jäger. Für Gäste sei die Bewirtung unter freiem Himmel oft das I-Tüpfelchen.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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