Mädchen kämpft um ihr Leben

Mit galaktisch guter Hilfe: 252 machen bei Typisierungsaktion für Amalia mit

Gudensberg. 252 Spender haben bei Typisierungsaktion für Amalia in der Gudensberger Praxis Schill mit gemacht. Amalia ist erst 16 Wochen alt und kämpft schon um ihr Leben.

Die tragische Geschichte des Mädchens aus dem thüringischen Eichsfeld, bei der Blutkrebs diagnostiziert wurde, hat auch viele Menschen im Schwalm-Eder-Kreis bewegt. Unter ihnen ist auch die Gudensberger Fachärztin für Allgemein- und Notfallmedizin Birgit Schill.

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Als sie von der Erkrankung des Mädchens erfuhr, reagierte sie sofort und organisierte eine Typisierungsaktion. Dabei bekam sie sogar galaktische Unterstützung, denn der Star-Wars Fanclub aus Kassel machte mit. Doch nicht nur Luke Skywalker, Yoda, Darth Vader und Co. kamen nach Gudensberg. Insgesamt nahmen 252 Spender an der Aktion teil und es kamen rund 1 300 Euro für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zusammen.

Mit Typisierungsaktionen hat die Gudensberger Ärztin bereits Erfahrungen. 2010 hatte sie für die damals sechs Monate alte Maxi aus Südniedersachsen eine Aktion gestartet, zu der 383 Spender kamen. Damals ging es für die junge Patientin gut aus. Es wurde ein passender Spender gefunden und das Mädchen gilt als geheilt.

Wurden nicht nur für Amalia aktiv: Das Praxisteam mit (von links) Birgit Schill, Kathrin Dräger und Sylvia Katzmarek.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, machte sich das Praxisteam nun an die zweite Aktion. Die Resonanz war überwältigend: Nach knapp einer Stunde hatten sich am Samstag bereits über 100 Leute Blut entnehmen lassen. Mit dabei Männer und Frauen im Alter von 17 bis 55 Jahren, die noch nie Blut gespendet hatten, aber auch sehr viele langjährige Blutspender kamen, um zu helfen. Zu den ersten Freiwilligen gehörten auch Mitglieder der Gudensberger Feuerwehren, aber auch andere Vereine und Verbände machten mit.

In einem gut beheizten Zelt, das der Malteser Hilfsdienst aus Gudensberg mitgebracht hatte, wurden die Spender aufgenommen. Danach ging es für sie mit Meldezettel und Röhrchen ausgestattet, in die Praxis. Dort wurde ihnen Blut entnommen. „Die Blutproben werden in einem Labor untersucht und archiviert“, erklärte Jennifer Sobczik von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Auf diese Datei könne dann weltweit zugegriffen werden. Das bedeute, dass mit dem Blut oder eventuell mit dem Knochenmark der Spender weltweit Kranken geholfen werden könne.

Über das Internet hatte auch Sara Maria Wagner aus dem Fritzlarer Stadtteil Geismar von der Typisierungsaktion erfahren. Spontan machte sie sich zusammen mit ihrer Mama Martina auf den Weg nach Gudensberg.

Besonders engagiert zeigte sich die junge Tochter einer Mitarbeiterin der Burgapotheke, berichtete Birgit Schill. Das Mädchen habe Luftballon-Figuren geformt und diese gegen eine Spende abgegeben - 26,40 Euro kamen so für die DKMS zusammen.

Termin: Montag kann nochmal gespendet werden. Die Typisierungsaktion findet von 17 bis 20 Uhr in der Praxis Schill, Hintergasse 2 in Gudensberg statt.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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