Nur ein Holzzaun trennt Besucher und Tiere

Ganz nah dran an den Eulen: Neues Gehege im Wildpark Knüll

Misstrauisch: Uhu Pimpf (rechts) traut offenbar seinem ausgestopften Artgenossen nicht über den Weg. Darüber amüsieren sich (von links) Stefan Preis, ehrenamtlicher Wildpark-Mitarbeiter, Vize-Landrat Winfried Becker und Falkner Michael Schanze. Fotos: Yüce

Allmuthshausen. Noch dichter kann man Eulen wohl kaum kommen: Im neuen Gehege im Wildpark Knüll ist es möglich, die Tiere ganz ohne störende Gitter oder durch dicke Glasscheiben hindurch zu beobachten.

Denn die gibt es nicht - zumindest nicht am Aussichtspunkt in der neuen Holzhütte.

Lediglich ein Holzzaun trennt dort Besucher und Tiere voneinander. Doch nicht nur für die Gäste des Parks ist das neue Gehege attraktiver geworden, auch für die Tiere ist es eine deutliche Verbesserung, sagte Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich. Denn die fünf Eulen haben jetzt mehr Platz. 120 Quadratmeter ist die neue Anlage groß.

„Wir haben keine Löwen und Tiger, wir haben Tiere aus der Region. Tiere, die hier leben oder bald wieder leben könnten.“

Vor dem neuen Gehege: Michael Schanze mit seinem Uhu Pimpf.

Die Unterbringung der Eulen sei somit weitgehend artgerecht, betonte Vize-Landrat Winfried Becker bei der Eröffnung des Geheges am Mittwochmorgen. Der Wildpark sei für den Tourismus im Landkreis ein wesentlicher Faktor, erklärte Becker. Und er erfülle auch einen Bildungsauftrag: Gerade jungen Menschen könne man im WildparkNatur und Tiere nahe bringen. „Wir haben keine Löwen und Tiger, wir haben Tiere aus der Region. Tiere, die hier leben oder bald wieder leben könnten“, so Becker. Und mit einem Augenzwinkern sagte er, dass man sich schon darauf freue, wenn der Wolf wieder in der Region heimisch werde. Die Bären - ebenfalls Bewohner des Parks - könnten sich mit der Rückkehr in die heimischen Wälder allerdings noch etwas Zeit lassen.

Stück für Stück weiter 

Durch das neue Eulen-Gehege steige die Attraktivität des Parks, betonte Becker. „Es macht immer wieder Spaß und Freude hierherzukommen.“ Zwar könne man nicht jedes Jahr Geld für neue Anlagen ausgeben, doch entwickele sich der Park Stück für Stück weiter. 82.000 Euro wurden in das neue Eulengehege gesteckt. 37 000 Euro davon stammen aus der Leader-Förderung, 13.000 Euro vom Förderverein Wildpark und 32.000 Euro hat der Schwalm-Eder-Kreis übernommen. Die Knüllregion wurde wieder als Leader-Fördergebiet anerkannt. 2,02 Mio. Euro fließen somit wieder in die Region, betonte Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann. Becker freute sich zudem über die tolle Zusammenarbeit aller Beteiligten - vor allem der ehrenamtlichen Helfer und der Firma Wiesenthal, die die Anlage konzipiert hat.

Die Einweihung wurde längst nicht nur mit offiziellen Gästen gefeiert. Neben Falkner Michael Schanze mit seinem zahmen Uhu Pimpf waren zahlreiche Schulkinder zu Gast. Sie erkundeten das Gehege, machten beim Kinderschminken mit und bastelten kleine Eulen-Modelle.

Michael Sack, Vorsitzender des Fördervereins nutzte die Gelegenheit, um für den Parkbesuch mit Familien sowie die Tierpatenschaften zu werben. „Ein tolles Geburtstagsgeschenk“, sagte Sack.

Quelle: HNA

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