Nitratgehalt im Brunnen Spieß steigt: Bauern werden beraten, düngen weniger und verzichten auf Ausgleich

Ganz unbürokratische Lösung

Brunnen Spieß: Die Nitratkonzentration im Trinkwasser hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Foto: Thon

Bad Emstal. Nitrate in geringer Konzentration sind für den menschlichen Organismus unbedenklich. Dennoch gibt es Grenzwerte für den Fall, dass die Salze und Ester der Salpetersäure ins Trinkwasser gelangen sollten.

In Deutschland liegt dieser Wert bei 50 Milligramm pro Liter. Noch wird der Wert am Brunnen Spieß, der die Ortsteile Bad Emstals mit Trinkwasser versorgt, deutlich unterschritten. Dennoch besteht Handlungsbedarf.

Denn die Nitratkonzentration im Wasser des Brunnens ist in den 17 Jahren seines Bestehens deutlich gestiegen – von anfangs zwölf Milligramm pro Liter auf nunmehr 30 Milligramm. Seit zwei Jahren befassen sich die Gemeinde Bad Emstal, das Regierungspräsidium Kassel (RP) und Landwirte mit der Ursachenforschung. Wie Bürgermeister Ralf Pfeiffer sagte, könnten defekte Kanäle und altes Wasser als Grund für die steigende Nitratkonzentration ausgeschlossen werden. Stattdessen werde davon ausgegangen, dass die Landwirte für den Eintrag zuständig sind, die die Flächen im Einzugsgebiet des Brunnens bestellen und düngen. Bauern, Gemeinde und RP hätten nun eine Vereinbarung getroffen, die den Nitrateintrag reduzieren, dabei aber den bürokratischen Aufwand gering halten soll.

Wie Ralf Pfeiffer sagt, würden die Landwirte von Experten beraten. Diese greifen dabei auf Untersuchungsergebnisse zurück, die zuvor für die unterschiedlichen Äcker ermittelt worden waren. Lage, Bodenbeschaffenheit, Fruchtart – viele Faktoren würden berücksichtigt und den Landwirten ein persönlicher Düngeplan an die Hand gegeben. Im Gegenzug wollen die Landwirte auf Ausgleichszahlungen verzichten, die ihnen vom Gesetz her zustünden. Denn düngten die Landwirte weniger, ziehe dies niedrigere Erträge nach sich. Für die Differenz stünden den Landwirten Entschädigungen zu. Doch, so Pfeiffer, dies alles haarklein zu ermitteln und zu dokumentieren, sei für alle Seiten ein bürokratischer Wust.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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