"Kleidsam" eröffnet am Donnerstag

Evangelische Kirche bietet günstige Anziehsachen

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Viel im Angebot: Im Kleidsam in Melsungen verkaufen Christa Kappes und Erna Fischer gebrauchte Kindersachen, Damen- und Herrenmode sowie Schuhe und Accessoires. Der Laden ist ein Angebot der evangelischen Kirche in Melsungen.

Melsungen. Kleidsam heißt ein neues Kleidungsgeschäft der evangelischen Kirche in Melsungen. Und kleidsam ist auch der neue apfelgrüne Schriftzug am Schaufenster des Geschäfts an der Burgstraße.

Das Büro MP2 hat ihn entworfen. Die Möbel im Innern sind eine Spende des Bekleidungsunternehmen Vockeroth aus Melsungen.

Die fünf Frauen vom Organisationsteam strahlen derzeit. Am Donnerstag eröffnet das Geschäft. Und es kann sich sehen lassen. Eine helle Einrichtung, weiße Fliesen, ein schickes Logo und in der Küche, die noch angeliefert wird, wird bald Kaffee für die Gäste gekocht. Die Küche sei eine Spende von Blecher aus Felsberg.

„Wir wollen mehr sein als ein sehr günstiger Second-hand-Laden, wir wollen Treffpunkt sein“, sagt Erna Fischer. Auf drei Säulen stehe das Konzept: Teilhabe, Nachhaltigkeit und Begegnung. So würden nicht verkaufte Anziehsachen zum Beispiel an die Kleidersammlung Bethel weitergegeben - das Motto laute auch in Melsungen „Fairwertung“.

Die 13 Ehrenamtlichen, die den Laden im Wechsel betreuen würden als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und bei Kaffee und Kuchen im Laden nicht nur Kleidung verkaufen, sagt Erna Fischer.

Sämtliche Kleidung im Laden stammt von Menschen aus Melsungen und der Umgebung.

Die Verkaufspreise der Kinder und Erwachsenensachen reichten von 50 Cent bis zu zehn Euro, sagt Dekan Norbert Mecke. Trotz der gedeckelten Preise könne aber selbstverständlich etwas gespendet werden. Für eine gute Jacke dürfe man ruhig etwas mehr zahlen, sagt Ursula Butterweck und lacht. Bei einem Projekt wie Kleidsam stehe sicher nicht die Frage nach Gewinn im finanziellen Sinn im Raum, sondern die nach dem Plus von christlicher Gemeinschaft und ihrem Einsatz, sagt Dekan Mecke.

Die Miete, Neben- und Bewirtschaftungskosten, Telefon und Geschäftsbedarf sowie weitere Aufwendungen summieren sich auf gut 1000 Euro im Monat. Der Laden soll sich aus Erlösen, Spenden und Geld aus dem Innovationsfond der Landeskirche tragen. Letztere seien auf drei Jahre in Aussicht gestellt.

Die Damen und Herren am Verkaufstresen müssen sich also nicht um Verkaufszahlen sorgen, ein möglicher Überschuss würde jedenfalls in andere diakonische Projekte gesteckt.

Geöffnet hat Kleidsam immer dienstags und donnerstags von 9.30 bis 17.30 Uhr. In dieser Zeit kann auch Kleidung angeliefert werden: Nur gut erhalten sollte sie sein, zusammengelegt und verpackt in Kartons und nicht in Säcken, sagt Christa Kappes.

Die Idee zum Kleiderladen entstand am Rande einer Kreissynode in der das Thema Teilhabe diskutiert wurde. Der Diakonieausschuss wollte zum Angebot der Tafel weitere Hilfeangebote schaffen. Jürgen Kurz von der Homberger Tafel hat bei der Umsetzung geholfen.

Das Team freut über Kleiderspenden und vor allem auch über weitere ehrenamtliche Helfer.

Kontakt: Dekanat Melsungen, Tel. 05661/2191

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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