Garten winterfest machen

Tipps vom Experten, wie Sie Ihre Pflanzen gegen Frost und Schnee schützen können

Spangenberg. Die ersten Nachtfröste hat es schon gegeben, trotzdem ist es noch nicht zu spät, die Pflanzen im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse für den Winter zu wappnen.

Klaus Werkmeister, Diplom-Gartenbauingenieur aus Melsungen, rät, noch schnell einen Rasenschnitt zu machen. „Der Rasen sollte nicht länger als fünf bis acht Zentimeter in den Winter gehen“, erklärt er. Denn wenn die Halme zu lang seien, würden sie durch Schnee und Frost abknicken und dann könne es unter den umgeknickten Halmen faulen.

Weitere Tipps vom Profi

Werkmeisters weitere Tipps sind: • Rasen sollte von Laub befreit werden. „Sonst kann es passieren, dass er unter dem Laub gelb wird und davon erholt er sich nur sehr schwer“, weiß der Experte. Wichtig sei auch, noch alle Blütenstauden zurückzuschneiden. Das gelte auch für Blütengehölze, die im Frühjahr, Sommer und Herbst blühen.
• Bodendeckende Gehölze, wie z.B. der Fünffingerstrauch und Spieren, sollten ebenfalls zurückgeschnitten werden, damit sie im kommenden Jahr wieder in voller Pracht erblühen. •Obstbäume könnten jetzt oder nach dem Frühjahrsaustrieb ausgedünnt und zurückgeschnitten werden. „Wenn man das nicht regelmäßig macht und der Baum zu viel Holz trägt, dann lässt irgendwann der Trieb nach“, erklärt Werkmeister.
• Falls noch nicht geschehen, sollten Rosen jetzt um 50 Prozent zurückgeschnitten werden. „Bei starkem Frost kann das Holz an der Schnittstelle noch mal etwa zwei bis fünf Zentimeter austrocknen. Diese Schnittstellen sollten dann im Frühjahr noch mal nachgeschnitten werden“, sagt der Gartenexperte. Er rät, empfindliche Rosen, wie beispielsweise die Englische Rose, besonders zu schützen. „Dazu kann Tannenreisig, Torf oder Laubmulch verwendet werden“, sagt er.
• Empfindliche Gehölze (zum Beispiel mediterrane), empfiehlt Klaus Werkmeister mit einer Strohbindung oder mit Jute- oder Vliessäcken zu schützen. Mit ihnen kann man sowohl die Krone als auch den Stamm gegen den Frost wappnen.
• Wer jetzt noch Gehölze wie beispielsweise Rhododendron frei auf dem Balkon oder auf der Terrasse stehen hat, sollte sie möglichst nah ans Haus stellen, damit sie wettergeschützt stehen, und sie mit Vliessäcken abdecken.
• Werkmeister warnt davor, Pflanzen jetzt noch zu düngen, denn Dünger mache sie anfälliger für Frost. Bereits im Herbst solle man mit Dünger nur noch sparsam umgehen.
• Wenn Laub die Stauden komplett zudeckt, dann rät Werkmeister dazu, es zum Teil zu entfernen: „Sonst erstickt die Staude darunter.“
• Bei einigen Kräuter, wie etwa der Pfefferminze, genügt ein kräftiger Rückschnitt, um sie winterfest zu machen. Wer ganz sichergehen will, sollte seine Kräuter zum Überwintern ins Haus holen.

Pflanzen schützen sich

Sei eine Pflanze einmal durch Frostrisse geschädigt, könne man nicht mehr viel machen. „Einige erholen sich wieder, aber wenn zum Beispiel der Stamm aufgerissen ist, dann kann das ein Totalschaden sein“, sagte Werkmeister. Aber die Pflanzen schützten sich auch selbst vor Kälte. „Die meisten einheimischen Gehölze und Stauden haben einen natürlichen Schutz bis Temperaturen von 25 Grad Celsius unter Null. Erst danach wird es wirklich kritisch.“

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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