Ordnungsamt: Ilegal im Wald entsorgte Reste bedrohen andere Pflanzen – Grünsammelstelle ist die richtige Adresse

Gartenabfälle gefährden das Ökosystem

Abfälle: Walter Demoris vom Ordnungsamt an einer illegalen Mülldeponie. Foto: Daher

Schwalmstadt. Wieder einmal hat ein Unbekannter seine Gartenabfälle in den Wald gebracht. Walter Demoris, Ermittler in Sachen Ordnungswidrigkeiten vom Ordnungsamt, ist vor Ort. „Es ist verboten, seine Gartenabfälle in Wäldern und auf Grünflächen zu entsorgen.“, sagt Demoris. Viele Menschen denken, dass Pflanzenreste dem Boden und dem Wald nicht schaden, weil alles abbaubar sei. „Das stimmt aber nicht“, betont Demoris. Einige würden sich über die fachgerechte Entsorgung ihrer Grünabfälle keine Gedanken machen, sondern kippten ihren Müll in die Natur, lautet seine Erfahrung. Dadurch entstehen illegale Deponien, weil immer mehr Menschen ihren Unrat an der selben Stelle entsorgen.

„Wenn wir solche Abfälle finden oder gemeldet bekommen, gehen wir jedem Fall einzeln nach“, sagt Doris Heinmüller, Abteilungsleiterin des Ziegenhainer Ordnungsamts. Die Abfälle müssen dann entweder vom Verursacher, falls dieser zu ermitteln ist, oder vom Bauhof entfernt werden. Wenn ein Täter auf frischer Tat erwischt wird, sprechen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes eine Verwarnung aus. Das Amt leitet ein Bußgeldverfahren ein, wenn die Abfälle bereits länger Zeit liegen und eine bestimmte Menge überschreiten.

Durch die illegale Entsorgung der Gartenabfälle im Wald greife der Mensch in das Ökosystem ein, erklärt Demoris. Der Boden enthält dann zu viele Nährstoffe, worauf sich Pflanzen wie Brennnesseln großflächig verbreiten. Andere Pflanzen hingegen sterben ab. In den Abfällen können sich auch Samen und Wurzeln von nichtheimischen Pflanzen befinden, die heimische Arten verdrängen. Außerdem kann das Nitrat in das Grundwasser gelangen, was der Wasserqualität und der Gesundheit schadet.

Das Ordnungsamt fordert daher auf, illegale Deponien zu melden und Abfälle richtig zu entsorgen. Nur so könne der Wald geschützt werden.

Für eine geringe Gebühr können Grünschnitt und Gartenabfälle bei Müllumschlagstationen und Grünsammelstellen zudem abgegeben werden. Ebenso eine Lösung: der Kompost im eigenen Garten.

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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