Die Neustädter Straße: Trotz etlicher Neubauten blieben Elemente der alten Kurien erhalten

Von der Gasse zur richtigen Straße

Im alten Stil: Heute ist das Kopfsteinpflaster durchgängig, die Neustädter Straße kann von Autos befahren werden.Fotos: Archiv/Kessler/nh

Fritzlar. Nach Marktplatz und Frauenturm ist heute die Neustädter Straße/Ecke Gießener Straße Thema unserer vergleichenden Serie. Dem Foto aus dem Jahr 1867, das Landrat Christian-Ludwig Weber damals beim Berliner Fotografen August Jablonsky in Auftrag gegeben hatte, stellen wir die Gegenwart gegenüber.

Vor 140 Jahren hieß die Neustädter Straße noch Holzgasse. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie umbenannt. Die Straßenmitte ist auf dem Bild von Jablonsky noch ungepflastert, links an der Hausecke ist ein geschlachtetes Schwein zu sehen.

Der große Torbogen rechts im Vordergrund war früher ein Hauseingang, heute führt er in einen Hof. Dieses Beispiel zeigt, wie trotz der starken Veränderung der Bebauung einige alte Elemente beibehalten und in die neuen Gebäude integriert worden sind. Auch die Grundmauer und der zweite Torbogen rechts sind Überreste der alten Gebäude.

Die historischen Bauten gehörten zu verschiedenen Stiftskurien wie der Kurie an der Holzgasse. Der erste Torbogen war mit dem Wappen des 1728 verstorbenen Kantors Heinrich von Hatzfeld geschmückt, den zweiten zierte eine Marienfigur.

Heute stehen auf der Westseite der Neustädter Straße die Gebäude der Schule am Dom, der ehemaligen König-Heinrich-Schule. Das Fachwerk der Wohnhäuser wurden mit modernem Putz verkleidet. (pkx)

Quelle: HNA

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