Christian Ide aus Werkel berichtet über Entwicklungshilfe und Spendenprojekte

Wo die Kuh Gassi geht

Christian

Schwalm-Eder. Christian Ide aus Werkel ist Entwicklungshelfer in Vietnam. Aber als wäre das noch nicht genug, hat er jüngst mit seinem Vater Fritz Ide den Verein „Save the Children’s Souls“ gegründet. Mehr als 10 000 Euro sind bislang als Spenden aus dem Schwalm-Eder-Kreis zusammengekommen.

„Es ist großartig, wie viel Vertrauen uns die Menschen entgegengebracht haben“, sagt Ide. Der Werkeler ist für fünf Wochen in seiner alten Heimat und präsentiert mit vielen Bildern, Videos und einem Vortrag, welche Projekte in Vietnam und Laos mit dem Geld unterstützt worden sind. Der Abend findet im Dorfgemeinschaftshaus in Werkel am Freitag, 22. Juli, ab 19 Uhr statt.

Das sei das Mindeste, was er den Spendern zurückgeben könne, sagt Ide. Außerdem wolle er für den Verein werben und Unternehmen motivieren, sich für soziale Verantwortung einzusetzen und in den Projekten zu engagieren.

Dafür gebe es viele gute Gründe, sagt Fritz Ide. Anders als bei größeren und mehr oder weniger anonymen Hilfsorganisationen garantiere er, dass jeder Cent, der eingenommen werde, auch in die Arbeit in Vietnam und Laos gesteckt werde. Sein Sohn Christian ist seit fast drei Jahren als Entwicklungshelfer für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, ehemals Deutscher Entwicklungsdienst) in Vietnam tätig.

Schulgebäude errichtet

Der Elektrotechnik-Meister hilft beim Aufbau von Berufsschulen. In seiner Freizeit hat er mit vietnamesischen Freunden verschiedene Projekte entwickelt, die die Armut der Menschen lindern helfen. Eines davon ist das Kuh-Projekt, das wir in der HNA bereits vorgestellt haben (siehe Kasten). Dabei züchten Familien Kühe und geben sie weiter. „Es ist erstaunlich mit welcher Hingabe sich die Menschen um die Kühe kümmern.“ Gassi gehen gehöre da auch dazu.

Christian Ide wird ab September von seinem nordvietnamesischen Einsatzgebiet in Ha Tinh in den Süden nach An Gianh versetzt. „Auch die Menschen dort im Grenzgebiet zu Kambodscha benötigen dringend Hilfe“, sagt Ide.

Flutkatastrophe

Er werde dort sowohl das Kuh-Projekt fortsetzen als auch weitere initiieren. Ide hat gerade ein Schulgebäude mit Hilfe eines französichen Spenders gebaut, im Süden würde er dies gern wiederholen.

Der Norden werde ihm fehlen, sagt Ide, auch wenn er die Projekte dort und eine Berufsschule weiterbetreut. In Ha Tinh fiel er auf wie ein „Außerirdischer“. „Dort lebten unter 1,2 Millionen Vietnamesen nur vier Europäer- Das wird im touristisch geprägten Süden ganz anders sein“, befürchtet er.

In den vergangenen Monaten galt seine Kraft und das Engagement von Fritz Ide und dem Verein vornehmlich der Katastrophenhilfe. Eine Jahrhundertflut hat im Norden des Landes die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört. „900 000 Menschen waren direkt betroffen. In unserer 80 000-Einwohner-Stadt starben 200 Menschen“, berichtet der 37-Jährige. Mit Spendengeld des Vereins wurden Decken, Kleidung, Nahrung und Baumaterialien gekauft.

Das Elend sei unbeschreiblich gewesen, sagt Ide. Genauso wie der unerschütterliche Optimismus der Vietnamesen. Er könne sich kein hilfsbereiteres und freundlicheres Volk vorstellen, sagt Christian Ide. HINTERGRUND KONTAKT

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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