Zu Gast in Schloss Bellevue: Gauck ehrte Ziegenhainer Pianistin

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Geehrte Pianistin: Die Ziegenhainerin Roswitha Aulenkamp mit dem Bundespräsidenten (linkes Foto) und als Siebenjährige bei ihrer ersten Auszeichnungen (Foto rechts) in den 50er Jahren.

Schwalmstadt. „Wir wurden wie Staatsgäste behandelt“, schwärmt Roswitha Aulenkamp. Vergangene Woche ehrte Bundespräsident Joachim Gauck die Ziegenhainer Pianistin beim seinem Neujahrsempfang in Schloss Bellevue.

Eingeladen worden war sie aufgrund ihres Engagements für Kinder in der Dritten Welt. Beim Neujahrsempfang dankten Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt 60 Menschen aus ganz Deutschland.

Zwei ihrer CDs überreichte Roswitha Aulenkamp dem Präsidenten: „Die musste ich vorher abgegeben, wir wurden durchleuchtet wie am Flughafen“, erzählte sie. Sehr gut gefiel ihr Schloss Bellevue, der Amtssitz des Bundespräsidenten. Alles sei sehr geschmackvoll eingerichtet und nicht zu protzig.

Die Veranstaltung sei nach einem sehr strengen Protokoll abgelaufen: „Joachim Gauck wirkte trotz des durchgeplanten Ablaufs locker“, mit allen plauderte er ein wenig. Roswitha Aulenkamp konnte gar die Gelegenheit nutzen, ihn nach einem Auftritt in Bellevue zu fragen.

Kurzclip zur Pianistin Roswitha Aulenkamp

Die Staatskanzleien der Bundesländer schlagen dem Bundesprädialamt Personen vor. Die endgültige Auswahl, wer zum Neujahrsempfang geladen wird, trifft Gauck persönlich. Beeindruckt ist die Pianistin nach wie vor von der Zeit in Berlin: dem roten Teppich, das gesamte Bundeskabinett war vor Ort, „so etwas erlebt man nicht alle Tage“.

Seit 34 Jahren veranstaltet Roswitha Aulenkamp ihre Kinderkonzerte. Die Besetzung besteht aus ihren Klavierschülern. „Manchmal bitte ich auch einen Kollegen, mir ein Schlagzeug auszuleihen“, scherzte sie. Dann unterstützen andere Musikschüler die Gruppe. Auch ihre Kasseler Studenten bittet die Musikdozentin ab und an zu den Konzerten.

Die Erlöse ihrer Organisation „Kinder und Jugendliche spielen für Kinder in Not“ kommen verschiedenen Hilfsprojekten zu Gute. Sie gibt zudem Konzerte zugunsten der Initiative Sudan.

„Musik kann berühren, Musik kann helfen“, beschreibt Roswitha Aulenkamp ihr Engagement mit und für Kinder. Eine besondere Reise führte die Pianistin nach Marokko. Dort gab sie Konzerte für Waisenkinder. Spontan band sie eine lokale Trommlergruppe in einen Auftritt mit ein: „Mit Musik kann man interkulturell kommunizieren.“

• Das nächste Schülerkonzert mit Roswitha Aulenkamp findet am Sonntag, 10. März, ab 18 Uhr im Museum der Schalm statt.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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