Gasthaus Hack in Kerstenhausen steht bald im Genussführer von Slow Food

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Der Platz, an dem sich Geschmack und Kreativität gleichermaßen entfalten: Köchin Katja Hack am Herd des Gasthauses Hack in Kerstenhausen. Ihr Lokal wurde jetzt in den neuen Genussführer aufgenommen, den die Slow Food-Bewegung Deutschland alle zwei Jahre herausgibt. Rechts die beiden Slow-Food-Sprecher Gerhard Schneider-Rose (links) und Wilfried Albrecht .

Kerstenhausen. Was Katja Hack aus Duckefett zaubert, haut so manchen Kritiker um. Jetzt hat die 44-Jährige auch die Fachleute von Slow Food Nordhessen auf ihren Geschmack gebracht: Das Gasthaus Hack wird im Genussführer 2017 aufgeführt.

Dabei hatte Katja Hack diese Würdigung anfangs nur zögerlich angenommen. „Es ist natürlich eine Ehre“, sagt die 44-Jährige: „Aber auch eine große Pflicht und eine Verantwortung.“

Für Gerhard Schneider-Rose und Wilfried Albrecht von Slow Food Nordhessen ist eine solche Reaktion nicht neu: „Die Nordhessen stellen ihr Licht oft unter den Scheffel“, sagte Albrecht bei der Feier im Gasthaus Hack: „Uns fehlt die schwäbische Ehre, mit der die Schwaben ihre Gerichte verkaufen.“

Ein neuer Geschmack

Doch an Ehre mangelt es Katja Hack, die ihre Lehr- und Wanderjahre auch in Lokalen absolvierte, hinter deren Namen Sterne leuchteten, nun wirklich nicht. Die Auszeichnung von Slow Food sieht sie als Ansporn, sich weiterhin dafür einzusetzen, wofür sie ohnehin steht: Für ein Essen, das den Menschen gut tut und das der Natur nicht schadet. Dessen Zutaten aus der Region kommen und deren Einkauf die Landwirtschaft und die Gastronomie gleichermaßen stärken.

Dieses Konzept komme bei den Gästen gut an, berichtet die 44-Jährige, die bei den „Fliegenden Köchen“ von Starkoch Christoph Brandt dabei ist und über die auch die Fachzeitschrift „Der Feinschmecker“ schon begeistert berichtete. Doch vielleicht irritiert der Titel der Zeitschrift, denn Katja Hack will schließlich keinen Gourmettempel in Kerstenhausen eröffnen. Sie will vielmehr in ihrem traditionellen Landgasthof zeigen, wie man die Gäste mit kreativen Ansätzen auf einen neuen Geschmack bringen kann, der auch den Erzeugern und Landwirten in der Region zugute kommt.

Es ist ein Schritt in die Richtung, die Wilfried Albrecht in seiner Rede schon vorgab: Ein Schritt zu einer selbstbewussteren, hoch entwickelten Regionalküche.

Nordhessen hat keinen Grund, sich zu verstecken: Die Region hat richtig viel Biss und Geschmack.

Der Genussführer erscheint im Herbst

Der Genussführer ist eine Empfehlungsliste von Lokalen, die den Prinzipien von Slow Food entsprechen. Sie sollen

• die Prinzipien von gut, fair und sauber umsetzen,

• traditionelle Gerichte anbieten, oder auch kreative Modernisierungen davon,

• frische, saionale Rohstoffe aus der Region verwenden,

• die Gerichte frisch zubereiten und Fertigprodukte und auf Geschmacksverstärker verzichten,

• Preise gut gestalten und gut mit dem Personal umgehen.

Der Genussführer 2017 wird im Herbst erscheinen. Im Schwalm-Eder-Kreis kommen mit dem Gasthaus Hack und dem Ratskeller in Spangenberg zwei neue Gasthäuser hinzu. 

www.slowfood.de

Quelle: HNA

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