Eine Renovierung ist nötig

Gasthaus Krone in Homberg: Pächter bleibt zwei Jahre

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Zukunft klar? Das Gasthaus Krone in Homberg soll die kommenden zwei Jahre vom derzeitigen Pächter weitergeführt werden.

Homberg. Die von der Stadt Homberg angedachte Handwerkerkooperative, die das älteste Gasthaus Hessens sanieren und verpachten könnte, ist erst einmal auf Eis gelegt.

Der Grund: Der derzeitige Pächter Thomas Nied will die Krone weiter bewirtschaften. Ab dem 1. Januar mietet der Gastronom das Erdgeschoss und den Festsaal im ersten Obergeschoss.

Nied bietet regionale Küche an und will mit großen Portionen zu kleinen Preisen punkten. Künftig will er den Festsaal für Gesellschaften wie Weihnachts- oder Familienfeiern anbieten. Das Gasthaus Krone soll so durch laue Betriebszeiten wie zum Beispiel im Sommer gebracht werde, in denen nach Nieds bisheriger Erfahrung weniger Gäste kommen. „Während der Weihnachtszeit haben wir gut zu tun. Aber im Sommer wollen viele Gäste in einem Außenbereich essen. Der fehlt aber dem Gasthaus“, erklärt Nied. Sein Weinlokal will der gelernte Koch aufgeben. Gemeinsam mit seiner Ehefrau will er sich auf das Gasthaus Krone konzentrieren.

Renovierung nötig

Ein weiteres großes Problem: Die Wärmedämmung der Krone müsste ausgebessert werden, Heizungen ausgetauscht. „Wenn ich im Winter die Heizung ausmache, dann ist eine Stunde später die gesamte Gaststube eiskalt und wärmt sich nur schlecht und viel zu langsam wieder auf“, sagt Nied.

Das verursache ihm hohe Nebenkosten. Zu den Kosten einer Renovierung des Gasthauses wollte Nied keine Angaben machen und verwies auf die geplante Handwerkerkooperative der Stadt Homberg.

Diese wird aber laut Bürgermeister Dr. Nico Ritz erst einmal nicht weiter verfolgt. Kernidee der Kooperative ist, dass die teilnehmenden Handwerkbetriebe mit der Sanierung ihre Leerlaufzeiten überbrücken können. Die betreffenden Betriebe, darunter Schreinerei Eckhardt & Schönhut und Elektro Ziegler, hätten aber derzeit gut gefüllte Auftragsbücher.

Ohne Druck

Das belasse die Stadt in einer komfortablen Situation: „Es besteht beim Gasthaus Krone kein Handlungsdruck“, sagt Ritz. Weil Nied das Gasthaus am Homberger Marktplatz weitere zwei Jahre bewirtschaften wolle, habe die Stadt Zeit gewonnen: Man könne laut Ritz weitere Schritte planen, um die Zukunft des Gasthauses nachhaltig zu gestalten. Im Blick habe man zum Beispiel „Land mit Zukunft“: Mithilfe des Programms wurde bereits der Homberger Bürgerbus realisiert. „Solch ein bürgerschaftlich breit getragenes Programm wie ‘Land mit Zukunft’ könnte durchaus mit dem Projekt Krone verzahnt werden“, erklärt Ritz.

Mit dem Programm „Land mit Zukunft“ fördert die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ gemeinsam mit der Herbert-Quandt-Stiftung freiwillig engagierte Menschen in sechs besonders vom demografischen Wandel betroffene Städte in Hessen, darunter Homberg, Sontra (Werra-Meißner-Kreis) und Bad Karlshafen (Landkreis Kassel). Ziel ist es, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Darin sieht Ritz einen großen Vorteil für die Krone. „Es ist hilfreich und spannend, wenn sich die Menschen aus Homberg in den Projekten rund um die Krone wiederfinden“, sagt Ritz. Die Handwerkerkooperative sei noch immer diejenige Projektidee, die er als Homberger Bürgermeister unterstütze.

Quelle: HNA

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