Privater Sammler bestückt Ausstellung

Geballtes Wissen über Luther in Regionalmuseum und Kirche

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Freuen sich auf die große Ausstellung über Luther im Regionalmuseum Wolfhager Land: Museumsleiterin Beate Bickel (links) und Ursula Muth, Kirchenvorstandsvorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen. Beide betreuen das Projekt.  

Wolfhagen. Martin Luther – an ihm kommt 2017 niemand vorbei. Das gilt auch für das Regionalmuseum Wolfhager Land. Zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Wolfhagen wird am 1. Juni die Ausstellung „Reformation – Martin Luther und seine Zeit“ eröffnet.

Sie wird bis zum 1. Oktober zu sehen sein. Die Besucher erwartet eine geballte Ladung Wissen über den berühmten Mönch, der für die Entwicklung Deutschlands so prägend war, über seine Mitstreiter, die Kirchengeschichte, das Leben der Menschen vor über 500 Jahren und über den Bauernkrieg, der ab 1524 in Süddeutschland, aber auch in Teilen Hessens und Thüringens wütete. Luthers Beitrag zur Entwicklung der deutschen Sprache und zur Kirchenmusik wird dabei ebenso beleuchtet wie sein Verhältnis zu den Juden.

Bestückt wird die Ausstellung aus der umfangreichen Sammlung Wilhelm Schmidts. Der Pfarrer und Schwager der Kirchenvorstandsvorsitzenden der Evangelischen Kirchgemeinde Wolfhagen, Ursula Muth, hat sich sein Leben lang mit Luther und der Reformation beschäftigt und über die Jahre eine beachtliche Sammlung historischer Exponate und Schriften zusammengetragen. Erst vor Kurzem verlagerte er seinen Wohnort von Bad Ems nach Kassel.

Ausgestellt werden alte Bibeln, Flugschriften, Urkunden und Gemälde. Auch ein Sandsteinrelief, das die Meinungsunterschiede beim Marburger Religionsgespräch veranschaulicht, wird zu sehen sein. „Die Ausstellung lebt von den vielen Originalen“, sagt die Leiterin des Regionalmuseums, Beate Bickel, die auch Bezüge der Reformation zum Wolfhager Land herstellen möchte. Ein Name, der in diesem Zusammenhang nicht fehlen darf, ist der von Landgraf Philipp. Er wurde zum Vorkämpfer der Reformation in Hessen.

Aufgepeppt wird die Schau mit Führungen und einem Begleitprogramm. Generell werde es in diesem Jahr viele Veranstaltung zu Martin Luther geben, der aus Anlass des 500. Jahrestages der Reformation, besonders gefeiert wird.

Philipp als Mittler

Eine zweite bedeutende Ausstellung mit dem Titel „Wege der Reformation und der fürstliche Reformator Philipp von Hessen“ fragt nach der europäischen Dimension der kirchlichen Erneuerungsbewegung. Erstellt wird sie vom Hessischen Staatsarchiv Marburg. Tafeln, die vom 31. August bis 28. September in der Wolfhager Stadtkirche aufgestellt werden, informieren über verschiedene Reformationszentren, ohne die die Ausbreitung des neuen Glaubens in Europa undenkbar gewesen wäre. Die Rolle Landgraf Philipps von Hessen bildet einen Schwerpunkt. Denn er führte nicht nur den evangelischen Glauben in seinem Land ein, sondern agierte als europäischer Mittler im Reformationszeitalter. 

Quelle: HNA

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