Bürgerinitiative „Widerstand im Wolfhager Land“

Geburtshilfe: Hofmeyer macht Mut zum Widerstand, Viesehon zweifelt an Fortführung

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Stellte sich den Fragen: Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer war erster Gast in der Gesprächsrunde im Treffpunkt Gesundheit an der Kurfürstenstraße zum Thema Geburtshilfe.

Wolfhagen. Die Bürgerinitiative „Widerstand im Wolfhager Land“ setzt sich weiterhin für die Wiederbelebung der Geburtshilfe an der Wolfhager Klinik ein. Sie hat eine Gesprächsreihe mit Politikern organisiert.

Zum Auftakt war SPD-Landtagsabgeordneten Brigitte Hofmeyer gekommen, am Freitag fand ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon (CDU) statt.

Brigitte Hofmeyer ermutigte die Mitglieder der BI, nicht locker zu lassen. Sie betonte, wie wichtig es sei, parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen, etwas, was im Kreistag nicht funktioniert habe. Auch innerhalb ihrer Partei, der SPD, seien sich nicht alle einig, ob die Drittelfinanzierung der richtige Weg sei. Je weiter weg vom Ort des Geschehens, um so zurückhaltender seien die Mandatsträger.

Parteiübergreifend engagieren

Es wurde deutlich, dass viele der etwa 30 Anwesenden das Gefühl haben, von der Kasseler Politik ignoriert zu werden. Brigitte Hofmeyer riet, sich direkt an Kasseler Entscheidungsträger wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen und den Aufsichtsrat der GNH zu wenden. Im Gespräch regten Teilnehmer an, Autoaufkleber und Montagsproteste vor dem Kasseler Rathaus zu nutzen um ihr Anliegen in Kassel publik zu machen.

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Der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake brachte die neuen Verträge des Klinikbetreibers GNH zur Sprache, die den Belegärzten vorlägen. Diese verlangten den Ärzten, unter anderem, ab, fünf Jahre am Krankenhaus zu bleiben, und drohten mit Regressforderungen im Fall von Verstößen. Schaake vermutete, dass diese Verträge bewusst so unattraktiv gestaltet wurden, dass die Ärzte sie nicht mehr erfüllen können und wollen. Ein Verdacht, den auch Dr. Axel Vetter, ein ehemaliger Kollege der gynäkologischen Belegärzte, äußerte.

Thomas Viesehon sprach sich dann am Freitag nicht für eine Wiederbelebung der Wolfhager Geburtshilfe unter allen Umständen aus. Bereits zu Beginn wiegelte er die Erwartungen der rund 20 Gäste ab. Er sei kein Experte auf dem Gebiet Gesundheit, der Erhalt der Geburtsstation sei kein bundespolitisches Thema.

Als Grund für die Schließung nannte Viesehon den Fachkräftemangel. Selbst wenn weitere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden, sei es zweifelhaft, ob man fehlende Fachkräfte anlocken könne. Viesehon betonte, dass es wichtiger sei, die Qualität der Versorgung zu erhalten, auch wenn das heiße, dass man Abstriche bei der Anzahl der verfügbaren Einrichtungen machen müsse.

Viesehon hat Zweifel

Er bezweifelte, dass man auf Dauer in direkter Nachbarschaft zwei Häuser mit Geburtsstation, wie in seinem Heimatort Volkmarsen und Wolfhagen, erhalten kann. Er betonte, es sei für das Überleben der Krankenhäuser bedeutend, sich zu spezialisieren. Die Schließung einer Station gefährde noch lange nicht den gesamten Standort.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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