Der Knüllgebirgsverein Treysa feiert am Wochenende sein 125-jähriges Bestehen

Geburtstag der Wanderer

Aufnahme von 1894: Vereinsgründer Hugo Borgmann im Kreise der ersten Mitglieder des Knüllgebirgsvereins. Damals stand der Club nur ehrenwerten Bürgern offen. Foto:  privat/nh

Schwalmstadt. Die Vereinsgeschichte begann im Sommer 1884. Damals rief man „ehrenwerte, beruflich in besonderer Verantwortung stehende Bürger“ zu einen Treffen auf. 21 Männer aus dem Schwälmer Land, darunter auch Oberförster Hugo Borgmann, gründeten den so genannten Knüllclub.

Dieses Jahr feiert der Knüllgebirgsverein Treysa sein 125-jähriges Bestehen, denn 1886, vor 125 Jahren, wurde die Section Treysa ins Leben gerufen. Zeitgleich engagierte sich in Treysa ein 100 Mitglieder starker Verschönerungsverein – ebenfalls mit der Maßgabe, sich touristische Ziele in der Region zu erschließen. Beide Vereine trafen sich zum Austausch. Die beiden Eisenbahnstrecken ermöglichten den Mitgliedern, ihre Aktivitäten auszudehnen. Um den Fremdenverkehr anzukurbeln, regte man Wegezeichnungen und den Bau von Aussichtstürmen und Schutzhütten an. Außerdem wurden Wandervorschläge erarbeitet, das Brauchtum gepflegt. Mitglieder waren zu dieser Zeit ausschließlich Männer der gehobenen Stände. Erst ab 1911 durften Frauen an den Wanderungen teilnehmen.

In den 20er-Jahren blühte das Vereinsleben. Es gab Wanderungen und Wintervergnügen im Hotel zur Burg. Durch die wirtschaftliche Not in den 30er-Jahren bat der Vereinsvorstand „bei allen Veranstaltungen größtmögliche Sparsamkeit walten zu lassen“. Während des Krieges ruhte das Vereinsleben, 1946 lebte es wieder auf. Die Mitgliederzahl wuchs binnen drei Jahren auf 100 Menschen an. Bis 1966 leitete Friedrich Schäfer den Zweigverein Treysa, in dem sich 170 Frauen und Männer fürs Wandern und den Naturschutz engagierten. Nachfolger wurde Lehrer Heinrich Bischoff.

1971 übernahm Realschullehrer Egon Kühlert den Vorsitz. Er belebte das Angebot und bot regelmäßig kleinere Wanderung an.

Aufschwung mit Adolf Schäfer

Doch es fehlte vor allem an Nachwuchs. Hinzu kam ein Streit Kühlerts mit dem Hauptvorstand. Er verließ den Verein und gründete den Verein Wanderfreunde Treysa. In diesen unruhigen Zeiten war es Vorstandsmitglied Sophie Pfaff zu verdanken, dass der Verein überlebte. 1981 übernahm Adolf Schäfer die Geschicke des Vereins und organisierte vieles neu, es kam zum ungeahnten Aufschwung. Die Mitglieder erkundeten nicht mehr länger nur Schwalm und Knüll – sie erwanderten auch so manche Landschaft Deutschlands, unter anderem den 168 Kilometer langen Rennsteig.

Heute beschäftigt sich der Verein auch mit dem Umweltschutz, hegt und pflegt Vogelschutzgehölze, den Ruhlandpfad und stellt Infotafeln auf. Unter der Leitung von Inge Plag trifft sich ein Wanderchor, es gibt eine Kegelgruppe und Skatabende. Vorsitzender ist seit 2008 Joachim Hangen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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