Gedichte ganz anders

Paula Quast und Henry Altmann beeidruckten mit ihren Programm über Mascha Kaléko

Geschichte mal anders: Paula Quast trug am Mittwochabend allerlei Geschichten rund um die jüdische Literatin Mascha Kaléko vor, Henry Altmann begleitete sie dabei musikalisch. Foto: Deutschländer

Merxhausen. Ein Saal voller Menschen, eine Bühne, die lediglich von einem Tisch mit einer Kerze und zwei Menschen – der eine an wechselnden Instrumenten, die andere mit ihrer sanften Stimme– besetzt ist.

Allein das genügte, um den lyrischen Abend in Merxhausen zu einer Veranstaltung der besonderen Art zu machen. Primär lag das natürlich an den beiden Künstlern, die auf ihre ganz eigene Weise vom Leben und Leiden der jüdischen Literatin Mascha Kaléko berichteten. Paula Quast als die Schauspielerin, die mal in Form von Monologen, mal in Form eines objektiven Lebenslaufes über Kaléko berichtete.

Die im Juni 1907 geborene Literarin Kaléko erlebte zahlreiche Fluchtversuche und verließ mit ihrer Familie oftmals aus Angst vor den Nationalsozialisten ihren jeweiligen Wohnort - nicht umsonst bezeichnete Quast sie als die „Heimatlose“.

Begleitet von Henry Altmann auf einem der verschiedenen Instrumente wie dem Kontrabass oder der Melodika, wurde der Abend zu einem Wechselspiel aus Melodien und Erzählungen aus dem Leben der 1975 gestorbenen Mascha Kaléko.

Organisiert worden war die Veranstaltung von Kultur- und Geschichtsverein, der Christine-Brückner-Schule sowie von den Klosterspielen Merxhausen; wie in jedem Jahr diente die Veranstaltung der Erinnerung an die jüdischen Menschen, die auch von Merxhausen und den umliegenden Orten Riede, Balhorn oder Sand in Konzentrationslager gebracht wurden.

Emotionale Veranstaltung

Seit Januar schon sind die beiden Künstler mit ihrem Programm auf Deutschlandtournee unterwegs. Auch am Mittwochabend haben sie ihre Zuhörer begeistert, als Schüler und Erwachsene gleichermaßen den emotionalen Äußerungen von Paula Quast zuhörten. Keineswegs war es nur eine nachdenkliche Veranstaltung, das eine oder andere Zitat sorgte auch für ein Schmunzeln im Publikum.

Lang anhaltender Applaus der Dank der Zuhörer. Nicht wenige schauten sich im Anschluss am Büchertisch um, wo es zahlreiche Werke von Mascha Kaléko zu erwerben gab.

Von Luca Deutschländer

Quelle: HNA

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