Konsum führt zu psychischen Erkrankungen

Crystal Meth: Gefährliche Droge aus dem Osten

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Beschlagnahmt: Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden hält während einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr N-Methylamphetamin in den Händen.

Wolfhager Land. Die illegale Droge Crystal Meth ist ein künstliches Aufputschmittel. Sie wird meist in privaten Labors hergestellt und gelangt zum großen Teil aus Tschechien in die Bundesrepublik. Die bayerische und die sächsische Grenzregion zählen deshalb verstärkt zu den Umschlag- und Konsumorten.

Während auch im Landkreis Nordheim die Zahl der Konsumenten langsam zunimmt, ist die Einnahme von Crystal Meth im Landkreis Kassel und damit auch im Wolfhager Land bisher kein großes Thema, sagt Sabine Knöll, Pressesprecherin der Polizei.

Ähnlich sieht das Barbara Beckmann, Leiterin des Beratungsverbundes der Drogenhilfe Nordhessen. Nach ihrer Aussage gibt es im Landkreis Kassel einen ganz leichten Anstieg bei den Konsumenten. Das Thema sei ernst zu nehmen, ein Massenphänomen wie im Osten gäbe es hier aber nicht. Im Jahr 2012 hat die Jugend- und Suchtberatung im Landkreis Kassel 25 Fälle von Amphetamin-Missbrauch registriert. Nicht immer war dabei aber Crystal Meth im Spiel.

Das Aufputschmittel wirkt zunächst unter anderem leistungssteigernd, auflockernd und euphorisierend. Die Konsumenten sind laut Beckmann oft Menschen, die gut eingebunden sind. Sie haben eine Arbeit oder Ausbildungsstelle, sind zielstrebig, auf Leistung getrimmt und wollen auch am Wochenende komprimiert Spaß haben. Und sie nehmen Christal Meth oft, ohne zu wissen, was in dem Pulver alles drin ist.

Mit gefährlichen Folgen: Chrystal Meth steht im Verdacht, sehr schnell das Verlangen nach immer mehr Stoff zu wecken. Langfristig kann der Konsum nach Aussage von Dr. Norbert Krauss, Chef der Inneren Medizin der Kreisklinik Wolfhagen, zu starker Abhängigkeit führen. Die Folgen können unter anderem sein: Gewichtsverlust, Herz-Rhythmus-Störungen, Bauchschmerzen und schwere psychische Erkrankungen wie Psychosen und Angsterkrankungen. An der Kreisklinik taucht das Problem bisher kaum auf. Im vergangenen Jahr wurde ein Patient nach der Einnahme von Crystal Meth behandelt. (pmi/mel)

Kontakt: Jugend- und Suchtberatung der Drogenhilfe Nordhessen, Schillerstraße 2, Kassel, Telefon: 05 61/10 36 41; Außenstelle Wolfhagen (Sprechzeiten dienstags von 14 bis 17 Uhr), Schützeberger Straße 12, Telefon: 056 92/9960027.

Quelle: HNA

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