Im Forstamt Wolfhagen sind 70 Prozent der Bäume erkrankt

Gefährlicher Pilz macht Eschen zu schaffen

Wolfhager Land. Es ist ein unscheinbarer Pilz, doch die Schäden, die er an den Eschen hinterlässt, sind enorm. Forstleute haben wenig Handhabe, die Edelhölzer vor einem Befall zu schützen. Aus dem harmlosen Weißen Stengelbecherchen hat sich eine neue, gefährliche Art entwickelt.

Etwa 70 Prozent der Eschen im Wolfhager Land und im Habichtswald sind von dem Pilz befallen. Der Hymenoscyphus pseudoalbidus – zu deutsch: Falsches Weißes Stengelbecherchen – befällt ausschließlich Eschen. Deren zugleich festes und elastisches Holz ist gefragt für Möbel, Fußböden und Sportgeräte wie Skier. Seit dem Jahr 2010 ist der Schlauchpilz massiv auf dem Vormarsch, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Betroffen sind Bäume auf Muschelkalk- und Basaltböden nördlich der A 44 – Zum Beospiel Bestände bei Altenhasungen, am Bärenberg, Wälder auf den Diemelkalkplatten bei Breuna und der Habichtswald. Der Anteil der Eschen an Waldbäumen liegt bei bis zu zehn Prozent.

Einige der Eschen scheinen gegenüber dem Erreger robuster zu sein als andere. Um den Bestand der Art zu sichern, setzt das Forstamt auf Naturverjüngung. Es werde alles unternommen, um die natürliche Vermehrung der Art zu fördern, sagt Zindel. Dazu gehöre auch, die schmackhaften Eschen noch stärker vor Verbiss durch Wild zu schützen. Aus Kostengründen würden allerdings keine Neuanpflanzungen von Eschen vorgenommen.

Die Nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt in Göttingen untersucht das Eschensterben. Woher die Widerstandskraft einzelner Bäume kommt, wird noch erforscht. Die Wissenschaftler hoffen, Bäume zu finden, die dem Pilz widerstehen. Ziel ist die Zucht resistenter Nachkommen. Sie empfehlen, Bäume, die zwar infiziert sind, sich aber gut halten, stehen zu lassen, solange es geht.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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